{"id":8215,"date":"2020-08-02T09:39:41","date_gmt":"2020-08-02T08:39:41","guid":{"rendered":"https:\/\/esperanto.berlin\/?page_id=8215"},"modified":"2020-08-02T10:39:28","modified_gmt":"2020-08-02T09:39:28","slug":"der-esperantist-resumo","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/esperanto.berlin\/de\/esperantist-ddr\/der-esperantist-resumo\/","title":{"rendered":"der esperantist"},"content":{"rendered":"<p>Ganz ohne Zweifel geh\u00f6rt die Zeitschrift \u00bbder esperantist\u00ab zu Berlin wie der Fernsehturm oder das Brandenburger Tor. Sie ist Teil der Lokalgeschichte der Esperanto-Bewegung, den die Redaktion befand sich von der ersten (1965) bist zur letzten (1990) Ausgabe in Berlin. Viele Berliner und Brandenburger haben in der Redaktion oder als Autoren mitgewirkt.<\/p>\n<p>Die Redaktion lag die ganzen Jahre in den H\u00e4nden von Detlev Blanke, der gleichzeitig Leiter der Esperanto-Abteilung im Kulturbund war. Erst in der letzten Ausgabe 1\/1990, nachdem die Grenze ge\u00f6ffnet war, deutete sich so etwas wie Selbstkritik an. All die Jahre hatte \u00bbder esperantist\u00ab die Politik der DDR und der Sowjetunion de genauso tapfer verteidigt, wie alle Medien in der DDR.<\/p>\n<p>Diese 100-%ige Linientreue war sicher eine Nachwirkung der Erfahrungen nach dem 2. Weltkrieg. In der sowejetisch besetzten Zone (SBZ) wurde Esperanto zun\u00e4chst verboten. Das konnten die alten Arbeiter-Esperantisten aus den 1920er Jahren und Widerstandsk\u00e4mpfer \u00fcberhaupt nicht verstehen. Sie hatten sich nach dem Sieg \u00fcber die Faschisten, die die &#8220;Judensprache&#8221; verboten hatten, einen neuen Aufschwung im Sinne des Kommunistischen Internationale erhofft.<\/p>\n<p>Der Schweizer cand. phil, Andreas K\u00fcnzli, der sich als Historiker bezeichnet (Zamenhof-Biografie, Schweizer Enzyklop\u00e4die) hat eine <a href=\"http:\/\/www.plansprachen.ch\/Studie_DDR_der-esperantist.pdf\">78-seitige Analyse<\/a> der Zeitschrift ver\u00f6fftlicht, die einen vielsagenden Titel tr\u00e4gt:<\/p>\n<h2 id=\"der-wahrheit-nicht-ganz-verpfl\" style=\"padding-left: 40px;\">Der Wahrheit nicht ganz verpflichtet<\/h2>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">Esperanto in der DDR: Ein Hauch von Stalinismus und ein<br \/>\nskandal\u00f6ses Spielchen mit dem Feuer des Kalten Krieges<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">Wie die Esperanto-Bewegung im Osten Deutschlands politisiert wurde \u2013 oder: Esperantisten im Dienst eines staatskriminellen totalit\u00e4ren politischen Regimes stalinistischer Pr\u00e4gung, das die Menschenrechte im grossen Stil absichtlich mit F\u00fcssen trat<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">Zur ideologisch-politischen Redaktionspolitik am Beispiel der DDR-Zeitschrift der esperantist 1965-1989<\/p>\n<p>Man mu\u00df dem Autor nicht bei allen seinen dezidiert ideologisch motivierten Ausf\u00fchrungen folgen, denn er bietet ein Menge Daten und Fakten, die man derart konzentriert nirgendwo anders findet.<\/p>\n<p>Leider liegt das ganze Material nur als PDF vor und ist noch nicht in neuzeitliche Informationssysteme, wie Wikipedia, eingeflossen.<\/p>\n<p>K\u00fcnzli zitiert Ausz\u00fcge aus Ausgaben von 1990, die nicht in der DVD enthalten sind und daher auch noch nicht <a href=\"https:\/\/esperanto.berlin\/esperantist-ddr\/esperantist-archive-org\/\">online<\/a> zur Verf\u00fcgung stehen.<\/p>\n<p>Seit Jahren hat K\u00fcnzli einen Einfluss des MfS (Stasi) auf die Esperanto-Bewegung vermutet und beklagt, da\u00df sich in Berlin niemand daf\u00fcr interessiere.<\/p>\n<h2>Detlev Blanke war IM Ulo<\/h2>\n<p>In zwei Beitr\u00e4gen von 2018 hat er detailliert dargestellt, was jeder, der n\u00e4her am Ort des Geschehens war, ohnehin wusste: Die F\u00fchrungskader gesellschaftlicher Organisationen, vor allen Dingen mit Auslands- und Westkontakten waren nicht nur zu Berichten an die Staatssicherheit verpflichtet, sondern sie taten da auch gerne und aus innerer \u00dcberzeugung.<\/p>\n<p>Viele Westdeutsche nutzen die erleichterte Einreise zur Leipziger Messe und besuchten das \u00bbMessetreffen\u00ab der Esperatisten. Der zust\u00e4ndige Stasi-Mitarbeiter (hauptamtlicher) liess sich eine Liste der Teilnehmer geben und fragte ein wenig nach &#8220;systemkritischen&#8221; A\u00fc\u00dferungen. Es war auch jedem klar, dass sich informelle Mitarbeiter (IM) unter den Esperantisten befanden, die spitze Ohren hatten. K\u00fcnzli best\u00e4tigt das und gibt insofern Entwarnung, als diese sich m\u00f6glichst unauff\u00e4llig verhalten sollten und sich nicht in Leitungsfunktionen dr\u00e4ngen sollten Damit scheiden die bekannten Namen aus und die Namen der unauff\u00e4lligen Spitzel wird man nie erfahren.<\/p>\n<p>K\u00fcnzli kann auch nicht nachweisen, da\u00df durch die Bespitzelung einem Esperanstien in der DDR ein Schaden entstanden w\u00e4re. Niemand bekam Ausreiseverbot, wurde verh\u00f6rt oder ins Gef\u00e4ngnis geworfen. Die Esperanto-Bewegung demonstrierte ihre Harmlosigkeit, bzw. ihr Wirken im Einklang mit den Prinzipien der sozialistischen Staatengemeinschaft. Aber genau das wurmt K\u00fcnzli: Er h\u00e4tte lieber M\u00e4rtyrer, die wegen ihres Kampfs f\u00fcr die Freiheit gelitten haben.<\/p>\n<p>Die beiten Analysen sind:<\/p>\n<p>http:\/\/www.plansprachen.ch\/Esperanto_Stasi.pdf<\/p>\n<p>Der einzige, dem er konkret etwas anh\u00e4ngen kann ist ausgerechnet Detlev Blanke. Er hatte als Junglehrer in Dorf Mecklenburg\u00a0 eine Verpflichtugserkl\u00e4rung unterschrieben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ganz ohne Zweifel geh\u00f6rt die Zeitschrift \u00bbder esperantist\u00ab zu Berlin wie der Fernsehturm oder das Brandenburger Tor. 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