{"id":87,"date":"2011-04-01T18:06:46","date_gmt":"2011-04-01T17:06:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.esperanto.de\/berlin\/wordpress\/"},"modified":"2018-11-10T13:05:46","modified_gmt":"2018-11-10T12:05:46","slug":"geschichte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/esperanto.berlin\/de\/verein\/geschichte\/","title":{"rendered":"Geschichte"},"content":{"rendered":"<p><\/p>\n<h2>Die Anf\u00e4nge<\/h2>\n<p>Die 1949 gegr\u00fcndete Esperanto-Liga Berlin &#8211; heute die organisatorische Basis des Esperanto-Lebens in Berlin &#8211; f\u00fchrt ihre Traditionen zur\u00fcck auf die 1903 unter der Schirmherrschaft der Deutschen Friedensgesellschaft gegr\u00fcndeten Berliner Esperanto-Gruppe, aus der sich bis 1912 der Esperanto-Verband Gro\u00df-Berlin entwickelte.<\/p>\n<p>Bedeutende Pers\u00f6nlichkeiten wie der Astronom Wilhelm F\u00f6rster, der Geophysiker Adolf Schmidt, der Begr\u00fcnder der internationalen Terminologienormung Eugen W\u00fcster und der Friedensnobelpreistr\u00e4ger Alfred Hermann Fried geh\u00f6rten ihm an. Von den Berliner Esperanto-Freunden gingen wichtige Impulse f\u00fcr die Verbreitung des Esperanto in Deutschland und f\u00fcr die Gr\u00fcndung des Deutschen Esperanto-Bundes (1906) aus.<\/p>\n<h2>Weimarer Republik<\/h2>\n<p>Nach der Herausgabe von Lehr- und W\u00f6rterb\u00fcchern, der Organisation von Esperanto-Unterricht und der Information der Berliner \u00d6ffentlichkeit \u00fcber die M\u00f6glichkeiten der neuen Sprache entstand in Berlin eine vielf\u00e4ltige Esperanto-Kultur als Bestandteil der Berliner Kultur und der internationalen Esperanto-Kultur. In der Zeit der Weimarer Republik entstanden in Berlin zahlreiche neue Esperanto-Gruppen, auch sieben Fachgruppen. Die Anwendung dieser internationalen Sprache erreichte immer gr\u00f6\u00dfere Vielfalt.<\/p>\n<p>Verlage wie Borel, Ellersiek, und Mosse publizierten Belletristik und Fachliteratur in Esperanto. Schriftsteller \u00fcbersetzten nicht nur, sie schufen literarische Werke auch original in Esperanto wie der Regisseur und Drehbuchautor Jean Forge, dessen Werke in mehrere Sprachen \u00fcbersetzt wurden (&#8220;Mr. Tot a\u0109etas mil okulojn&#8221; \/ &#8220;Mr. Tott kauft 1000 Augen&#8221;, Roman, 1931). 1924 begannen erste Radiosendungen in Esperanto.<br \/>\nNeben den b\u00fcrgerlichen Esperanto-Organisationen entwickelten sich ab 1911 in Berlin Arbeiter-Esperanto-Gruppen, die sich sp\u00e4ter politisch differenzierten (Deutscher Arbeiter-Esperanto-Bund, Sozialistischer Esperanto-Bund u.a.).<\/p>\n<h2>Im Faschismus<\/h2>\n<p>Mit der Macht\u00fcbernahme des Faschismus 1933 wurden alle Arbeiter-Esperanto-Organisationen verboten und das B\u00fcro des Deutschen Arbeiter-Esperanto-Bundes in der Berliner Dircksenstra\u00dfe geschlossen, ab 1936 war in Deutschland Esperanto verboten. In demselben Jahr \u00fcbernahm die Preu\u00dfische Staatsbibliothek in Berlin die B\u00fcchersammlung des Deutschen Esperanto-Instituts in Leipzig. Sie \u00fcberdauerte den Krieg und ist dank der Arbeit von Ostberliner Esperanto-Freunden in den 60-er Jahren heute zug\u00e4nglich.<\/p>\n<h2>Nach dem zweiten Weltkrieg<\/h2>\n<p>Nach dem Krieg sammelten sich auch in Berlin wieder die Esperanto-Freunde und versuchten an ihre fr\u00fchere T\u00e4tigkeit anzukn\u00fcpfen. Doch in demselben Jahr (1949), in dem in den 3 westlichen Besatzungszonen die Esperanto-Liga Berlin zugelassen wurde, kam es in der Sowjetischen Besatzungszone zu einem Organisations- und Publikationsverbot f\u00fcr Esperanto-Sprecher, das in der DDR bis 1961 bestand.<\/p>\n<p>Dennoch entwickelte sich in beiden Teilen der dann getrennten Stadt wieder ein interessantes Esperanto-Leben &#8211; in Westberlin in den Gruppen der Esperanto-Liga Berlin, die 1951 Landesverband des Deutschen Esperanto-Bundes e.V. wurde, in Ostberlin ab 1965 im Rahmen von Arbeitsgruppen des Kulturbundes, die 1981 mit der Gr\u00fcndung des Esperanto-Verbandes im Kulturbund der DDR dessen Berliner Bezirksverband wurden.<\/p>\n<p>Esperanto-Unterricht, internationale Verbindungen, Treffen und Begegnungen, vielf\u00e4ltige kulturelle Bet\u00e4tigung standen in Ost und West auf der Tagesordnung, in Ostberlin nat\u00fcrlich mit den bekannten Einschr\u00e4nkungen.<\/p>\n<p>Louis Beaucaire und Jan Stanis\u0142aw Skorupski bereicherten in Westberlin die internationale Esperanto-Literatur. Dr. Karl Schulze wirkte in Ostberlin als \u00dcbersetzer von Bedeutung (z.B. &#8220;Dreigroschenroman&#8221; von B. Brecht).<\/p>\n<p>Berliner Esperanto-Freunde unterst\u00fctzten wichtige internationale Projekte, so z. B. Ursula Grattapaglia, die gemeinsam mit anderen eine Schule mit einem Gut in Brasilien leitet, das den Namen &#8220;Bona Espero&#8221; (Gute Hoffnung) tr\u00e4gt, und in dem Kinder und Jugendliche betreut und ausgebildet werden.<\/p>\n<p>Prof. Victor Falkenhahn, Prof. Georg Meier, Prof. Ronald L\u00f6tzsch und Dr. Detlev Blanke leisteten als Sprachwissenschaftler in Ostberlin mit ihren Arbeiten zu Struktur und Funktion des Esperanto als internationale Plansprache einen wichtigen Beitrag zur Interlinguistik (D. Blanke, Internationale Plansprachen &#8211; eine Einf\u00fchrung, Akademie-Verlag 1985). In Ostberlin wirkte der Zentralvorstand des Verbandes auch als Herausgeber zahlreicher Publikationen in und \u00fcber Esperanto, u.a. der Zeitschrift &#8220;der esperantist&#8221; (1965-1991).<\/p>\n<h2>Wiedervereinigung und Gegenwart<\/h2>\n<p>1991 vereinigte sich die Liga mit dem Ostberliner Bezirksverband Berlin von GDREA (Esperanto-Verband im Kulturbund), freundschaftliche Kontakte bestanden aber schon vorher.<\/p>\n<p>Seitdem wirkt die Liga nun wieder auch organisatorisch vereint f\u00fcr Esperanto-Sprache und Kultur in Berlin. In Berlin wird die internationale Sprache heute intensiv in ihren vielf\u00e4ltigen M\u00f6glichkeiten genutzt. Es finden viele Begegnungen, Treffen und Konferenzen statt, der 84. Esperanto-Weltkongress im Jahr 1999 zu dem Thema: &#8220;Globalisierung &#8211; eine Chance f\u00fcr den Frieden?&#8221; war mit \u00fcber 190 Einzelveranstaltungen f\u00fcr insgesamt 2712 Esperanto-Sprecher aus 66 L\u00e4ndern die bisher vielf\u00e4ltigste und bedeutendste.<\/p>\n<p>2004 bezog die Esperanto-Liga Berlin ihren Sitz im in Renovierung befindlichen Esperanto-Haus in der Einbecker Stra\u00dfe 36 in Berlin-Lichtenberg.<\/p>\n<p>Seit 2011 ist die Esperanto-Liga Berlin Mitglied im Verein <a href=\"http:\/\/www.kiezspinne.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kiezspinne<\/a>. In deren R\u00e4umlichkeiten wurde 2012 der Deutsche Esperanto-Kongress als &#8220;Komuna Esperanto-Kongress&#8221; gemeinsam mit den d\u00e4nischen und polnischen Partnerverb\u00e4nden durchgef\u00fchrt, an dem 255 Esperantosprecher teilnahmen.<\/p>\n<p>Seit 2012 ist die Esperanto-Liga Berlin Mitglied im <a href=\"http:\/\/www.danziger50.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kulturverein Prenzlauer Berg<\/a>.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Anf\u00e4nge Die 1949 gegr\u00fcndete Esperanto-Liga Berlin &#8211; heute die organisatorische Basis des Esperanto-Lebens in Berlin &#8211; f\u00fchrt ihre Traditionen zur\u00fcck auf die 1903 unter der Schirmherrschaft der Deutschen Friedensgesellschaft gegr\u00fcndeten Berliner Esperanto-Gruppe, aus der sich bis 1912 der Esperanto-Verband &hellip; <a href=\"https:\/\/esperanto.berlin\/de\/verein\/geschichte\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"parent":20,"menu_order":8,"comment_status":"closed","ping_status":"open","template":"","meta":{"footnotes":""},"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/Par8jA-1p","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/esperanto.berlin\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/87"}],"collection":[{"href":"https:\/\/esperanto.berlin\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/esperanto.berlin\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/esperanto.berlin\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/esperanto.berlin\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=87"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/esperanto.berlin\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/87\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6091,"href":"https:\/\/esperanto.berlin\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/87\/revisions\/6091"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/esperanto.berlin\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/20"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/esperanto.berlin\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=87"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}