{"id":8857,"date":"2021-02-16T13:42:49","date_gmt":"2021-02-16T12:42:49","guid":{"rendered":"https:\/\/esperanto.berlin\/?page_id=8857"},"modified":"2021-02-20T12:54:38","modified_gmt":"2021-02-20T11:54:38","slug":"kliemke-duko-reganto-bs-1911","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/esperanto.berlin\/de\/kliemke-duko-reganto-bs-1911\/","title":{"rendered":"Kliemke und der Hezog-Regent von Braunschweig 1911"},"content":{"rendered":"<p><div id=\"attachment_8869\" style=\"width: 381px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-8869\" class=\"wp-image-8869\" src=\"https:\/\/esperanto.berlin\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/Invito-Reinking-1911.jpg\" alt=\"\" width=\"371\" height=\"295\" \/><p id=\"caption-attachment-8869\" class=\"wp-caption-text\">Reproduktion der Einladung im &#8220;Germana Esperantisto&#8221; 1911, Nr. 4, Seite 79<\/p><\/div><\/p>\n<p>Im Februar wurden die Honoratioren von Braunschweig in das herzogliche Schlo\u00df beordert. Sie sollten auf Einladung des Herzog-Regenten (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Johann_Albrecht_(Mecklenburg)\">Johann Albrecht, Herzog zu Mecklenburg<\/a>) einen Vortrag von Dr. Ernst Kliemke aus Berlin zum Thema &#8220;Esperanto&#8221; anh\u00f6ren und dar\u00fcber diskutieren.<\/p>\n<p>Dr. Kliemke war dem Herzog-Regenten, der auch Vorsitzender der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Deutsche_Kolonialgesellschaft\">Kolonialgesellschaft<\/a> war, als Direktor der Ostafrikanischen Eisenbahngesellschaft bekannt. Man hatte sich beim <a href=\"https:\/\/brema.suub.uni-bremen.de\/dsdk\/periodical\/titleinfo\/1961313\">Kolonialkongress im Oktober 1910 in Berlin<\/a> getroffen und Kliemke hatte 1910 in der Zeitschrift &#8220;<a href=\"https:\/\/esperanto.berlin\/kliemke-kompleta\/kolonial-kliemke-1910\/\">Kolonie und Heimat<\/a>&#8221; einen Beitrag \u00fcber Esperanto (Kulurkolonien) ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>Am Abend des 19. Februar speiste er mit dem Herzog-Regenten und seiner Frau (<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Princess_Elisabeth_of_Stolberg-Rossla\">Prinzessin Elisabeth zu Stolberg-Ro\u00dfla<\/a>) in deren Privatgem\u00e4cher, dann gingen sie in den gro\u00dfen Saal hinab, wo etwas mehr als 40 Zuh\u00f6rer warteten. Wie Staatsanwalt<a href=\"https:\/\/eo.wikipedia.org\/wiki\/Adolf_Reinking\"> Adolf Reinking<\/a> beobachtete, waren es der Oberb\u00fcrgermeister, Vertreter der Handelskammer, Unternehmer, der Leiter der Drogistenschule und einige Offiziere.<\/p>\n<p>Klimke sprach mehr als eine dreiviertel Stunde \u00fcber die Vorz\u00fcge des Esperanto. Reinking gibt den Inhalt nur stichwortartig wieder, man kann aber auch anderen Ver\u00f6ffentlichungen von Kliemke aus dieser Zeit erahnen, was seine Themen waren.<\/p>\n<p>Der Minister wollte etwas \u00fcber die leichte Erlernbarkeit des Esperanto, wozu es in Braunschweig schon Erfahrungen g\u00e4be. Der Leiter der Drogistenschule, Prof. <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eduard_Freise\">Dr. Eduard\u00a0 Freise<\/a>, berichtete von seinen Erfahrungen mit Sch\u00fclern, die eine unterschiedliche Vorbildung hatten (Abitur bis keine Fremdsprachen) und konnte so vergleichen.\u00a0 Ab besten h\u00e4tten die Sch\u00fcler ohne Fremdsprache gelernt, was er damit erkl\u00e4rte, da\u00df f\u00fcr diese das Erlernen einer neuen Sprache einen gr\u00f6\u00dferen Anreiz bot.<\/p>\n<p>Danach ergriff der Herzog-Regent selbst das Wort. Er sagte, da\u00df der Kampf zwischen den verschiedenen Sprachen um die Vorherrschaft unvermeidbar sei. Englisch , Franz\u00f6sisch, Spanisch, Russisch, Holl\u00e4ndisch w\u00fcrden mit dem Deutschen konkurrieren und die Chancen f\u00fcr die deutsche Sprache seien schlecht. Es h\u00e4tte auch schon andere Weltsprachen gegeben, etwa das Latein der Kleriker im Mittelalter. Aber warum solle man nicht einen neuen Weg gehen, wenn das erfolgversprechend erscheine.beansprucht die Sprache der Gebildeten zu sein. Warum solle man nicht einen neuen Weg beschreiten, der vielversprechend erscheinen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>In der Pause mischte sich der Herzog-Regent unter die Zuh\u00f6rer und sprach auch Adolf Reinking direkt an. Er wundere sich, da\u00df alle bis zum Ende interssiert zugeh\u00f6rt h\u00e4tten. Das zeige, da\u00df Esperanto es wert w\u00e4re, da\u00df man sich damit befasse. Er nannte dann drei\u00a0 Punkte, die ihm noch unklar seien. Etwa ob Menschen verschiedener Muttersprache Esperanto gleich aussprechen und sich verstehen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Auch einige Mitglieder des Hofes stellten Fragen. Die Freude war gro\u00df, als Reinking einige Materialien pr\u00e4sentieren konnten. Darunter war die japanische Esperanto-Zeitschrift &#8220;Samideano&#8221;, das Jahrbuch von U.E.A. mit statistischem Material und Karten, sowie eine Orginalausgabe des Fundamento, die Frau Hankel beigesteuert hatte. Kliemke und Reinking wurden gebeten, sich auf Esperanto zu unterhalten. Schlie\u00dflich bat die Frau des Herzog-Regenten darum, da\u00df Dr. Kliemke ein Gedicht auf Esperanto vortragen m\u00f6ge. Er w\u00e4hlte das Gedicht &#8220;<a href=\"https:\/\/www.oxfordlieder.co.uk\/song\/1695\">Mir tr\u00e4umte von einem K\u00f6nigskind<\/a>&#8221; von Heinrich Heine (<a href=\"https:\/\/www.esperanto.mv.ru\/Kolekto\/En_songxo_princinon.html\">En <span class=\"definition-in-text\" title=\"son\u011do: bildoj kaj ideoj, kiujn oni vidas a\u016d spertas dum la dormo.\"><span class=\"difino-post-shvebo\" title=\"\">son\u011do<\/span><\/span> <span class=\"definition-in-text\" title=\"princino: filino de re\u011do a\u016d re\u011dino.\"><span class=\"difino-post-shvebo\" title=\"\">princinon<\/span><\/span> mi vidis<\/a>), das Zamenhof \u00fcbersetzt hatte.<\/p>\n<p>Danach kamen verschiedene Vertreter aus Braunschweig zu Wort, die durchweg kritische Anmerkungen hatten.<\/p>\n<p>Laut Reinking, der ja selber ein Esperantist war, wurden die Einw\u00e4nde gl\u00e4nzend zur\u00fcckgewiesen und der Abend als gro\u00dfer Erfolg f\u00fcr die Sache des Esperanto betrachtet.<\/p>\n<p>Auch Esperanto-Zeitschriften im Ausland berichteten dar\u00fcber, wobei sie sich meist auf die Angaben von Adolf Reinking im &#8220;Germana Esperantisto&#8221; bezogen.In einen mehr als ganzseitigen Beitrag (Seite 108\/109) 1911 hob &#8220;The British Esperantist&#8221; die Bedeutung der Tatsache hervor, da\u00df der Landesherr eines nicht unbedeutenden deutschen Staates zu diesem Vortrag mit Diskussion eingeladen hatte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>s<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Februar wurden die Honoratioren von Braunschweig in das herzogliche Schlo\u00df beordert. 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