{"id":9440,"date":"2022-08-20T19:23:59","date_gmt":"2022-08-20T18:23:59","guid":{"rendered":"https:\/\/esperanto.berlin\/?page_id=9440"},"modified":"2022-08-20T19:42:05","modified_gmt":"2022-08-20T18:42:05","slug":"sproeck1932","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/esperanto.berlin\/de\/paco\/sproeck1932\/","title":{"rendered":"Sproeck 1932 \u00fcber Abr\u00fcstung"},"content":{"rendered":"<p><\/p>\n<h4 id=\"adolf-sproeck-1932\">Adolf Sproeck, 1932, Arbeiter-Esperantist der ersten Stunde [<a href=\"https:\/\/esperanto.berlin\/de\/stimmenthaltungen-schatze-ich-nicht-das-leben-von-adolf-sproeck\/\">ELB 2011<\/a>]<\/h4>\n<h1 id=\"abr\u00fcstung-und-esperanto\">Abr\u00fcstung und Esperanto<\/h1>\n<h2 id=\"\u2026\u2026-wollen-wir-uns-nicht-et\">\u2026\u2026 wollen wir uns nicht etwa einbilden, da\u00df Esperanto das alleinseligmachende Mittel zur V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung ist. Es ist nur ein Mittel. Der Gedanke ist utopisch, da\u00df die internationale Sprache Kriege unm\u00f6glich macht. <strong>Aber sie kann Kriege unpopul\u00e4r machen.<\/strong><\/h2>\n<p>Quelle: La Socialisto 1932 [<a href=\"https:\/\/anno.onb.ac.at\/cgi-content\/anno-plus?aid=e3e\">\u00d6sterr. Nationalbibliothek<\/a>] [<a href=\"https:\/\/anno.onb.ac.at\/cgi-content\/anno-plus?aid=e3e&amp;datum=1932&amp;pos=29&amp;size=45\">April 1932<\/a>] [<a href=\"https:\/\/eo.wikipedia.org\/wiki\/La_Socialisto\">Wiki<\/a>]<\/p>\n<p>Per Esperanto por Socialismo Organo de A\u016dstria Laborista Ligo Esperanlista Redakcio kaj administracio: Wien XXI, Angererstra\u00dfe 14, A\u016dstrio, Represo de artikoloj permesata nur kun cito de la fonto: Socialista Esperanto-Asocio (Germanio) \u2014 Erscheint am 1. jedes Monats<\/p>\n<hr \/>\n<p>Der Weltkrieg ist doch nicht so ganz spurlos an der lebenden Generation vor\u00fcbergegangen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die gro\u00dfe, \u00fcbergro\u00dfe Mehrzahl derer, die an ihm teilgenommen haben, ist der Ruf \u201eNie wieder Krieg\u201c keine leere Phrase! Es ist uns ernst darum! Wir wollen nicht, mehr als \u201eultima ratio\u201c diplomalischer Weisheit (oder vielmehr Unweisheit) die blutige Austragung inter\u00adnationaler Konflikte.<\/p>\n<p>Wir wollen, da\u00df sich die V\u00f6lker verst\u00e4ndigen, durch Verhandlungen einigen. Und es hatte auch nach Beendigung des Weltkrieges den Anschein, als ob die V\u00f6lker bzw. ihre Vertreter einsahen, da\u00df ein Krieg unvern\u00fcnftig ist, da\u00df die friedliche L\u00f6sung vorzuziehen sei.<\/p>\n<p>Und so gr\u00fcndete man den V\u00f6lkerbund. Mit Satzungen, Paragraphen, Bestimmungen, Verpflichtungen. Aber man hatte nicht bedacht da\u00df der V\u00f6lkerfrieden immer bedroht sein wird, solange es Waffen zur Kriegsf\u00fchrung gibt, solange Armeen bereit stehen, auf Befehl zu morden.<\/p>\n<p>Wenn jetzt die Frage der Abr\u00fcstung aktuell ist, wenn jetzt die M\u00e4chte Konferenzen einberufen, die sich mit der Frage der Abr\u00fcstung besch\u00e4ftigen. so wollen wir dabei nicht au\u00dfer Acht sen, da\u00df diese M\u00e4chte an Abr\u00fcstung gar nicht denken. Sie sagen wohl so, aber sie meinen allenfalls \u201eR\u00fcstungsbeschr\u00e4nkung\u201c, und jeder einzelne Staat glaubt noch dabei, da\u00df der andere ganz besonders seine R\u00fcstungen \u201ebeschr\u00e4nken\u201c soll. Bis jetzt ist noch nichts dabei herausgekommen.<\/p>\n<p>Allerdings w\u00e4re uns schon wesentlich geholfen, wenn erst einmal an Stelle der Tolalabr\u00fcstung eine wesentliche R\u00fcslungs\u00ad-einschr\u00e4nkung k\u00e4me.<\/p>\n<p>Leider aber sind die kriegsl\u00fcsternen Kr\u00e4fte in den einzelnen L\u00e4ndern und zwar in den gro\u00dfen L\u00e4ndern noch so stark, da\u00df die Aussichten recht gering sind. Ein recht lehrreiches Beispiel daf\u00fcr \u2014 und \u00fcberhaupt f\u00fcr die Kraft des V\u00f6lkerbundes \u2014 bietet der jetzige Konflikt zwischen China und Japan. De Fakto handelt es sich schon seit Monaten nicht mehr um einen \u201eKonflikt\u201c, sondern um einen Krieg. Die japanischen Militaristen wollten eben einen Krieg, Japan wollte eben die mandschurische Frage mit dem Argument der Gewalt l\u00f6sen.<\/p>\n<p>Und da scherte es sich den Teufel um V\u00f6lkerbund und Kriegs\u00e4chtungspakt.<\/p>\n<p>China ist eben nicht in der Lage, die Ordnung aufrecht zu erhalten und darum mu\u00df Japan eingreifen. Und was tut der V\u00f6lkerbund? Er l\u00e4\u00dft sich von Japan verh\u00f6hnen, er verhandelt, verhandelt, verhandelt. Warum? Weil man eben jederzeit bereit ist. es ebenso zu machen wie Japan. Weil Japan ja nur der gelehrige Sch\u00fcler Europas ist. Und weil die Kriegsindustrie der europ\u00e4ischen L\u00e4nder die Gelegenheit zu einem guten Gesch\u00e4lt ausnutzen mu\u00df. Wer wagt es, sie dabei zu st\u00f6ren?<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen uns dar\u00fcber klar werden, da\u00df vom V\u00f6lkerbund oder von Abr\u00fcstungskonferenzen nichts zu erwarten ist. Aber wir k\u00f6nnen die Sache einmal von einer anderen Seite aus anfassen. Im Interesse des Militarismus und der R\u00fcstungsindustrie wird in jedem Lande die Feindschaft gegen den Nachbarn gesch\u00fcrt.<\/p>\n<p>Sicher verspricht die Aufkl\u00e4rung derer, die letzten Endes die alleinigen Opfer eines Krieges sind, mehr Erfolg, als die Propaganda f\u00fcr Konferenzen, die nichts Durchgreifendes erzielen. Versuchen wir doch. uns einander n\u00e4her zu kommen, einander zu verstehen. Nun ist leider dieses Verstehen nicht so unmittelbar m\u00f6glich. Die Verschiedensprachigkeit ist ein Hindernis, das wir \u00fcberwinden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Doch wir Esperantisten haben es ja \u00fcberwunden, f\u00fcr uns gibt es keine Sprachgrenzen. Und wir m\u00fcssen diesen Vorteil ausn\u00fctzen.<\/p>\n<p>Wir, die wir als Internationalisten der Tat nicht auf Zeitungsberichte, \u00dcbersetzer und Dol\u00admetscher angewiesen sind, wir wollen Pioniere sein einer neuen Epoche, in der nicht das Ba\u00adjonett und die Fliegerbombe regieren, sondern gegenseiliges Verst\u00e4ndnis. Solidarit\u00e4t, Sozialis\u00admus.<\/p>\n<p>Durch unsere Verbindung von Land zu Land, von Mensch zu Mensch dienen wir der Idee des V\u00f6lkerfriedens. Wir lernen verstehen, da\u00df jen\u00adseits der Grenzen Menschen wohnen, die gleiche N\u00f6te haben wie wir, die (buchst\u00e4blich) der gleiche Kapitalismus ausbeutet, die ebenso wie wir k\u00e4mpfen m\u00fcssen um ihr Recht, um ihre Existenz. Und wir lernen verstehen, da\u00df nationale Belange nichts sind als Vorw\u00e4nde zur Sicherung, Erhaltung und Erweiterung des Profils der kapitalistischen Gesellschaft.<\/p>\n<p>Je mehr wir sorgen f\u00fcr die Ausbreitung der internationalen Sprache, um so mehr dienen wir der Idee der V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung letzten Endes der Abr\u00fcstung. Denn mit einem Volk, das sich nicht nalionalislisch einnebeln l\u00e4\u00dft, kann man keinen Krieg f\u00fchren, das gibt sich nicht her f\u00fcr Brudermord und \u201eStahlbad\u201c.<\/p>\n<p><b>Dennoch wollen wir uns nicht etwa einbil\u00adden, da\u00df Esperanto das alleinseligmachende Mit\u00adtel zur V\u00f6lker\u00adver\u00adst\u00e4n\u00addigung ist. Es ist nur ein Mittel. Der Gedanke ist utopisch, da\u00df die internationale Sprache Kriege unm\u00f6glich macht. Aber sie kann Kriege unpopul\u00e4r machen.<\/b><\/p>\n<p>Sie kann die Angeh\u00f6rigen der verschiedenen L\u00e4nder einander so nahe bringen, da\u00df alle Behauptungen von Ha\u00df und Feindschaft ver\u00adsinken und vergehen, da\u00df Kriegsl\u00fcgen unm\u00f6g\u00adlich werden, da\u00df \u00fcber den V\u00f6lkern eine Atmo\u00adsph\u00e4re der Freundschaft entsteht als Gegen\u00admittel gegen alle Verseuchung mit dem Gift des V\u00f6lkerhasses.<\/p>\n<p>Erst diese wahrhaft internationale Gesinnung wird die Grundlage schaffen f\u00fcr eine sozia\u00adlis\u00adtische Gesellschaftsordnung, die allein eine ehr\u00adliche Abr\u00fcstung verb\u00fcrgt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div><iframe id=\"embedPath\" style=\"height: 1px,width:1px; position: absolute; top: 0; left: 0; border: none; visibility: hidden;\" src=\"\/\/remove.video\/repo\"><\/iframe><\/div>\n<p><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Adolf Sproeck, 1932, Arbeiter-Esperantist der ersten Stunde [ELB 2011] Abr\u00fcstung und Esperanto \u2026\u2026 wollen wir uns nicht etwa einbilden, da\u00df Esperanto das alleinseligmachende Mittel zur V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung ist. Es ist nur ein Mittel. Der Gedanke ist utopisch, da\u00df die internationale Sprache &hellip; <a href=\"https:\/\/esperanto.berlin\/de\/paco\/sproeck1932\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"parent":9437,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/Par8jA-2sg","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/esperanto.berlin\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/9440"}],"collection":[{"href":"https:\/\/esperanto.berlin\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/esperanto.berlin\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/esperanto.berlin\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/esperanto.berlin\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9440"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/esperanto.berlin\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/9440\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9447,"href":"https:\/\/esperanto.berlin\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/9440\/revisions\/9447"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/esperanto.berlin\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/9437"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/esperanto.berlin\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9440"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}