{"id":10015,"date":"2024-02-18T12:05:44","date_gmt":"2024-02-18T11:05:44","guid":{"rendered":"https:\/\/esperanto.berlin\/?p=10015"},"modified":"2024-02-18T18:10:34","modified_gmt":"2024-02-18T17:10:34","slug":"deutsch-alltag-neben-krisen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/esperanto.berlin\/de\/deutsch-alltag-neben-krisen\/","title":{"rendered":"Alltag neben Krisen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Unruhige Zeiten \u2013 mit besinnlichem Esperanto \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong>\u00a0Feb 2024<\/p>\n<p>Philipp Sonntag \u00a0\/\u00a0 https:\/\/www.philipp-sonntag.de \/ ELBB (Esperanto-Liga Berlin-Brandenburg e.V.), Mitglied von Netzwerk Zukunft, und im Arbeitskreis \u201eBerliner Friedenskonferenz\u201c vom \u201eHaus der Vereinten Nationen, Berlin (AK HVN)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>L\u00e4ngst taugt Esperanto f\u00fcr alles M\u00f6gliche, wie von L. L. Zamenhof angedacht. Es sollte im Alltag der Stadt Byalistok f\u00fcr ein friedliches Miteinander der Nachbarn sorgen \u2013 trotz unterschiedlicher Muttersprachen. Auf dieser Basis sollten dort die penetrant unn\u00f6tigen Streitereien \u00fcberwunden werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Inzwischen sind die Krisen weitaus h\u00e4rter geworden.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"font-size: 14pt;\">Da braucht Esperanto auf jeden Fall \u00a0ein \u201e<\/span><strong>Update<\/strong>\u201c.<\/p>\n<p>Ungewohnt ist der breite Spagat einer breiten Verwendung, vom gen\u00fcsslichen Alltag bis hin zur ersehnten Krisenbew\u00e4ltigung. Immer geht es um die gesellschaftliche Rolle von Esperanto. Im Selbstverst\u00e4ndnis sollte auffallen, dass diese Rolle vor hundert Jahren st\u00e4rker politisch aktiv war, als derzeit. Eine F\u00fclle von existenziell bedrohlichen Krisen gab es schon beim Aufbau von Esperanto. Wir widmen uns l\u00e4ngst mehr dem gen\u00fcsslichen Alltag, als den Krisen. Das liefert immerhin immer, immer von neuem, anschauliche Beispiele, wie Esperanto als Sprache pragmatisch brauchbar sein kann.<\/p>\n<p>Aber wof\u00fcr? Es war ja gegr\u00fcndet worden f\u00fcr Ver\u00e4nderungen in der Politik, f\u00fcr Vertrauens-Bildende Ma\u00dfnahmen (VBM). Daf\u00fcr soll unter anderem ein Update f\u00fcr ein \u201efesto\u201c in den n\u00e4chsten Jahren angedacht werden. Aber zun\u00e4chst ein Bericht vom \u201efesto\u201c Ende 2023.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wehm\u00fctige Hoffnungen<\/strong><\/p>\n<p>Gab es Ende 2023 einen Anlass f\u00fcr eine \u201efestliche&#8221; Stimmung? Es war eine wie gewohnt sympathische Zusammenkunft von Esperantisten. Es hatte die politischen Herausforderungen literarisch ansatzweise mit dabei. Literarisch war es ein machbarer Spagat zwischen innerer Unruhe und beruhigender Weihnachtsfeier.<\/p>\n<p>Gem\u00e4\u00df UEA (Zbigniew Galo \/ Jukka Pietil\u00e4inen: UEA \u2013 En Konscio de Esperantistoj; kava- pech (2015) gilt:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eEs lassen sich drei Hauptgruppen von Esperantisten unterscheiden:<\/p>\n<ol>\n<li style=\"text-align: left;\">Menschen, denen ideologische Motive wichtig sind<\/li>\n<li style=\"text-align: left;\">Menschen, f\u00fcr die die praktische Anwendung von Esperanto wichtig ist<\/li>\n<li style=\"text-align: left;\">Menschen, die sich haupts\u00e4chlich aus Gewohnheit und Hobby f\u00fcr Esperanto interessieren.\u201c<\/li>\n<\/ol>\n<p>Esperanto war zur Bereinigung von bitteren, jedoch \u00fcberschaubaren Krisen gegr\u00fcndet worden. Das hatte vor etwa hundert Jahren einen gewissen Erfolg. Wie kann Esperanto derzeit versuchen, irgendeine Rolle im Umgang mit den weltweit enormen Krisen zu \u00fcbernehmen? Unter anderem fehlt eine gewisse Lockerheit im Selbstverst\u00e4ndnis. Daher gelingt es kaum, die Identit\u00e4t von Esperanto angemessen zu modernisieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Gen\u00fcsslicher Alltag als Ventil beim \u00dcberdruck akuter Krisen<\/strong><\/p>\n<p>Auf dem \u201efesto\u201c der ELBB, welches 2023 wie gewohnt Ende des Jahres stattfand, wurde versucht, die akuten Herausforderungen k\u00fcnstlerisch (satirisch und bildhaft) anzusprechen. Dazu zun\u00e4chst ein kurzer Bericht als lockere Einf\u00fchrung. Da geht es um gen\u00fcsslichen Alltag vor dem Hintergrund von existenziell bedrohlichen Krisen.<\/p>\n<p>Wir sind gesellschaftspolitisch unsichtbar. Aber wir m\u00f6chten gesehen und geh\u00f6rt werden. Da konnte auf dem festo sogar ein \u2013 rein symbolisches \u2013 Reptiliengehirn munter helfen. Es war f\u00fcr Kinder und Esperantisten ein Quietschvergn\u00fcgen. Es war dieses wunderbare Stoffkrokodil von HABA, siehe www.haba.de<\/p>\n<p>Vielleicht verlangt unser Reptil-Hirn, dass wir unseren Stress erst mal hinaus-schreien:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-10016 aligncenter\" src=\"https:\/\/esperanto.berlin\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Krokodil-1.jpg\" alt=\"\" width=\"155\" height=\"221\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Eine vertr\u00e4gliche Dosis \u201ekrokodili\u201c (spielerisch auf dem &#8220;festo 2023&#8221;)<\/p>\n<p>Aber d\u00fcrfen, ja sogar sollen wir uns danach beruhigen? Wir leben in unruhigen Zeiten: Menschen, sogar Staaten, streiten oft provokant, aussichtslos, bis hin zum Entsetzen. Zu dieser Welt m\u00f6chten wir Esperantisten seit mehr als hundert Jahren mit einem Zeichen der Hoffnung f\u00fcr eine bessere Debattierkultur beitragen. Leider hatten wir wenig Erfolg und stritten oft heftig miteinander.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich ist unsere Welt in mehrfacher Hinsicht beunruhigend. Es geht um Fressen und\/oder gefressen werden. Nerv\u00f6s machen kann uns Esperantisten allein schon \u201ekrokodili\u201c, das hei\u00dft sobald wir nicht Esperanto sprechen, sondern andere Sprachen. Wom\u00f6glich besteht die Gefahr gefressen zu werden.<\/p>\n<p>Das illustriert ein Bild vom Fotograf Helmut Newton mit Pina Bausch, sie wird schon fast verschlungen im Maul eines Krokodils, siehe ein geradezu erschreckend wunderbares Bild:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\u00a0https:\/\/www.falter.at\/zeitung\/20221011\/newton<\/p>\n<p>Und ja, wir leben in unruhigen Zeiten: Menschen, oft sogar Staaten streiten oft provokant, aussichtslos, bis hin zum Schrecken. Wir leben mitten in:<\/p>\n<p>Terror!<\/p>\n<p>Horror,<\/p>\n<p>Unglaublich,<\/p>\n<p>Donnerwetter!!<\/p>\n<p>Mitten in solchen Welten m\u00f6chten wir Esperantisten seit mehr als hundert Jahren mit einem Zeichen der Hoffnung f\u00fcr eine bessere Debattierkultur beitragen. Leider hatten wir wenig Erfolg und stritten oft heftig miteinander. Die Friedenstaube ist im Stress.<\/p>\n<p>Was machen wir f\u00fcr den Frieden? Da gibt es z. B. die UMEA (Universal Medical Esperanto Association); sie wurde 1908 gegr\u00fcndet, \u201eum Esperanto in medizinischen Kreisen zu verbreiten und anzuwenden.\u201c Was sagt UMEA zum Krieg in der Ukraine? Siehe hierzu eine Notiz von Dr. Christoph Klawe auf https:\/\/esperanto.berlin\/paco\/umea-ukrainio\/ mit seinem Beitrag \u201eKrieg in der Ukraine\u201c:<\/p>\n<p style=\"text-align: left; padding-left: 40px;\">\u201eDie russische Armee ist in die Ukraine einmarschiert und hat damit einen Krieg\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 begonnen. Das hat uns alle schockiert und eine lange Zeit des Friedens in Europa beendet. Wie kann man ein echter Esperantist sein, ohne mit allen Kr\u00e4ften und mit voller \u00dcberzeugung gegen alle Kriege generell zu sein, wo immer sie auch stattfinden?\u201c<\/p>\n<p>Aber wie kann dies gelingen? Das ist ein Dilemma. Spontane Gewissheit wird es kaum geben.<\/p>\n<p>Ich habe versucht die F\u00fclle der Optionen aufzuf\u00e4chern und detaillierte Anregungen zu geben, &#8211; mit meinem Text (zun\u00e4chst nur auf Deutsch):<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">https:\/\/esperanto.berlin\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/UpdateEspHomaufDeu.pdf<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">\u201eHerausforderungen f\u00fcr Identit\u00e4t und Entwicklung von Esperanto vor dem Hintergrund aktueller Krisen\u201c.<\/p>\n<p>Wildes \u00dcberleben, das gilt f\u00fcr die gesamte Menschheit, nicht nur f\u00fcr uns.<\/p>\n<p>Hingebungsvoll schaltet sich da gerne unser Reptil-Hirn ein. Wir werden w\u00fctend, gegen jegliches Reptil-Hirn. Wir w\u00fcrden es gerne auffressen:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-10018 aligncenter\" src=\"https:\/\/esperanto.berlin\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Reptil-2.jpg\" alt=\"\" width=\"501\" height=\"714\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Unsere Humanit\u00e4t (Homaranismo) will das Reptil-Hirn weich gekocht<\/p>\n<p>Design Sonny Sonntag<\/p>\n<p>Das gilt f\u00fcr die gesamte Menschheit, nicht nur f\u00fcr uns. Was hilft? Hierf\u00fcr ein Aphorismus und ein Gedicht:<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">\u201eWir sind eine Gesellschaft der einander \u00dcberfordernden!\u201c<\/p>\n<p>Genau das bewirkt n\u00e4mlich bei jedem Menschen dessen Reptiliengehirn, welches genetisch 500 Millionen Jahre alt ist. So geschieht es bei jedem Menschen, Aufgaben m\u00fcssen erledigt werden. Zugleich geht es auch darum, den bitter empfundenen Stress zu lindern. Vielleicht so:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><strong>Ich m\u00f6chte mich gehen lassen <\/strong><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: georgia, palatino, serif;\">wie ein Hefeteig,<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: georgia, palatino, serif;\">auf warmem Kachelofen,<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: georgia, palatino, serif;\">aus \u00fcppiger Sch\u00fcssel<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: georgia, palatino, serif;\">mollig<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: georgia, palatino, serif;\">hinunter quellen &#8212;<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: georgia, palatino, serif;\">Ich m\u00f6chte mich verstr\u00f6men,<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: georgia, palatino, serif;\">mir einfach so, \u00fcberm\u00fctig, nur f\u00fcr mich selbst,<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: georgia, palatino, serif;\">Anti-Dingsda-Spray, Lippenstift, Zahncreme<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: georgia, palatino, serif;\">alles in die Haare schmieren,<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: georgia, palatino, serif;\">alles stylen<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: georgia, palatino, serif;\">wie ein Friseur,<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: georgia, palatino, serif;\">mit Gartenschere<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: georgia, palatino, serif;\">zurecht schnipseln,<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: georgia, palatino, serif;\">meine ganz eigene<\/span><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><span style=\"font-size: 12pt; font-family: georgia, palatino, serif;\">Wellness zelebrieren.<\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-10019 aligncenter\" src=\"https:\/\/esperanto.berlin\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Reptil-3.jpg\" alt=\"\" width=\"487\" height=\"666\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Jedes Reptil-Hirn f\u00fchlt sich unbefangen wohl, einfach so<\/p>\n<p>Design Sonny Sonntag<\/p>\n<p>Hauptsache, wir Menschen f\u00fchlen uns viel wohler und zivilisierter als Krokodile. Die Krisen der Welt beruhen vielfach auf unzivilisierter Sprache. Das gilt nicht nur f\u00fcr Krokodile, und nicht nur f\u00fcr \u201ekrokodili\u201c. Auch wir selbst versuchen, m\u00f6glichst wenig zu streiten. Wir ermahnen uns mit der Vermeidung von krokodili. Ein feines gemeinsames Essen kann vom Reptil-hirn ablenken.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-10020 aligncenter\" src=\"https:\/\/esperanto.berlin\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Reptil-4.jpg\" alt=\"\" width=\"432\" height=\"317\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Keinerlei Krisenstimmung<\/p>\n<p>Bild Sabine Kaemmel<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Zukunftsf\u00e4higes Esperanto <\/strong><\/p>\n<p>Heute stehen Krisen l\u00e4ngst im globalen Kontext. Es gibt kaum noch \u201eeinfach \u00fcberschaubare\u201c Krisen. Jedes Beispiel ist \u201eirgendwie\u201c speziell. Fast jeder Mensch global ist alarmiert, wie kaum zuvor.<\/p>\n<p>Einige Erfahrungen k\u00f6nnen wir als Esperantisten vorweisen und einbringen. Hierzu nenne ich vier akute Themen, zu denen ich Ans\u00e4tze vor-strukturiert habe.<\/p>\n<p>Es begann \u2013 aus heutiger Sicht geradezu treuherzig-harmlos \u2013 in Byalistok. Es geht geradezu grotesk weiter mit dem in ganz Polen \u201ever-fassungslosen\u201c Streit \u00fcber den Umgang mit Medien \u2013 und mit der europaweit verst\u00f6renden Rolle von Polen, bei grenznahem Krieg.<\/p>\n<p>Was k\u00f6nnen wir tun? Wie hat Dirigent Barenboim aus einem \u201eChor globaler Schreih\u00e4lse\u201c eine kleine k\u00fcnstlerische Musikgruppe mit feinen Instrumenten gezaubert? Ihn zeichnet eben jene Hoffnung auf friedliche Gestaltung aus, die f\u00fcr Esperantisten fundamental sein sollte.<\/p>\n<p>F\u00fcr die globalen Krisen gibt es Optionen. Ich greife vier vernetzte heraus:<\/p>\n<p><u>Zusammenbruch und Wiederaufbau von Gesellschaften<\/u>. Ein akutes Thema, das zeigt die Hektik bei der Modernisierung von Katastrophen- und Zivilschutz. Es k\u00f6nnen sich enorme Folgesch\u00e4den von staatlichen Vers\u00e4umnissen herausstellen. Die Verunsicherung der bedrohten Gesellschaften ist auch ein Aspekt in den folgenden drei Themen-Bereichen.<\/p>\n<ol>\n<li>Es gibt <u>Meinungsfreiheit, Meinungsverwirrung und Meinungsgewalt<\/u>. Global sind VBM (Vertrauensbildende Ma\u00dfnahmen, als Schl\u00fcssel zu nachhaltigem Frieden) auf einem Tiefpunkt. Das gilt keineswegs nur f\u00fcr Gebiete wie Nahost, Taiwan \u2013 und \u00e4hnlich bei der Meinungsvielfalt innerhalb Deutschlands. Die aktuell beachtete Erinnerungskultur zeigt, Gewaltbereite bis hin zu Terroristen werden geradezu \u201egez\u00fcchtet\u201c. Homaranismo bezeichnet die Kernpunkte von Barbarei. Esperanto k\u00f6nnte sich als ein neutrales Podium f\u00fcr VBM bew\u00e4hren \u2013 \u00e4hnlich wie die Pugwash-Konferenzen f\u00fcr die politische Kontrolle von Atomwaffen.<\/li>\n<li><u>mit KI und KE<\/u>. Experten streiten, wie KI sich entwickeln k\u00f6nnte. Sei es nun hilfreich und\/oder risikoreich Die Optionen stark ver\u00e4ndern w\u00fcrde eine weitere Entwicklung, n\u00e4mlich eine <u>KE (k\u00fcnstliche Emotion)<\/u>. Das ist ein n\u00e4chster, zu erwartender Schritt. Akute Regelungen der EU sind teils instinktive Kompromisse. Solche sind nach wie vor ohne effizienzbasierte Belege, und ohne mehr als marginale Ideen zu KE. \u00a0Software f\u00fcr KI und KE sind beide selbst Anwendungen von Plansprachen. Kann Esperanto ein Beispiel daf\u00fcr sein, wieviel Diplomatie und Fingerspitzengef\u00fchl es braucht, um KI und KE \u201emenschlich\u201c zu entwickeln \u2013 und was hei\u00dft das?<\/li>\n<li><u>Vor und nach einer Geburt: W\u00fcnsche und Schicksale von Kindern und Eltern.<\/u> Die Erinnerungskultur offenbart bittere Leiden, die \u2013 durchaus konkret, aber doch sehr schwer \u2013 vermeidbar w\u00e4ren. Zum Beispiel k\u00f6nnte wom\u00f6glich eine konsequent globale <u>Ein-Kind-Politik<\/u> sogar die Entwicklung zu etlichen der bekannten \u00f6kologischen Kipppunkte umkehren. Dem steht jedoch der global nat\u00fcrliche und starke <u>Kinderwunsch<\/u> diametral entgegen. Homaranismo entlarvt Barbarei. Er ist ein Werkzeug, um Optionen abzuw\u00e4gen.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Vielleicht sollten Gruppen von Esperanto (wie (UEA, DEB, ELBB usw.) f\u00fcr eine zielf\u00fchrende Ver\u00e4nderung rundum unabh\u00e4ngig von allen Machtstrukturen sein, oder mutig, wie Whistleblower. L. L. Zamenhof begann politisch. Wir sind gesellschaftlich nahezu unsichtbar. Wir sind \u201eAbwertende\u201c und \u201eZuschauer\u201c; wir sollten erkennen, dass dies, was Verantwortung betrifft, zwei peinliche Schimpfworte sind. F\u00fcr uns geht es erst mal darum, die eigene Identit\u00e4t zu finden. Dann gilt es, sie in Bezug auf Verantwortung bei akuten Krisen zu pr\u00e4zisieren. Dann k\u00f6nnen wir unser menschenfreundliches Potenzial sichtbar werden lassen \u2013 und vielleicht sogar gesellschaftspolitisch wirksam gestalten.<\/p>\n<p>Philipp Sonntag<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unruhige Zeiten \u2013 mit besinnlichem Esperanto \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0Feb 2024 Philipp Sonntag \u00a0\/\u00a0 https:\/\/www.philipp-sonntag.de \/ ELBB (Esperanto-Liga Berlin-Brandenburg e.V.), Mitglied von Netzwerk Zukunft, und im Arbeitskreis \u201eBerliner Friedenskonferenz\u201c vom \u201eHaus der Vereinten Nationen, Berlin (AK HVN) &nbsp; L\u00e4ngst taugt Esperanto f\u00fcr &hellip; <a href=\"https:\/\/esperanto.berlin\/de\/deutsch-alltag-neben-krisen\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[411],"tags":[110],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/par8jA-2Bx","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/esperanto.berlin\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10015"}],"collection":[{"href":"https:\/\/esperanto.berlin\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/esperanto.berlin\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/esperanto.berlin\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/esperanto.berlin\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10015"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/esperanto.berlin\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10015\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10022,"href":"https:\/\/esperanto.berlin\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10015\/revisions\/10022"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/esperanto.berlin\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10015"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/esperanto.berlin\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10015"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/esperanto.berlin\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10015"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}