{"id":2127,"date":"2014-01-21T20:52:09","date_gmt":"2014-01-21T19:52:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.esperanto.de\/bb\/?p=2127"},"modified":"2014-01-21T20:52:09","modified_gmt":"2014-01-21T19:52:09","slug":"zum-gedenken-an-venjamin-rosenberg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/esperanto.berlin\/de\/zum-gedenken-an-venjamin-rosenberg\/","title":{"rendered":"(Deutsch) Zum Gedenken an Venjamin Rosenberg"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.esperanto.de\/bb\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/veniamin.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-2128\" alt=\"Bildo de Veniamin Rosenberg\" src=\"http:\/\/www.esperanto.de\/bb\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/veniamin.jpg\" width=\"237\" height=\"274\" \/><\/a>Ende Juli nahm eine kleine Gruppe von Verwandten und Freunden, unter ihnen Esperantisten, an der Beisetzung der Urne mit der Asche von Venjamin Rosenberg teil, der einige Tage zuvor nach einer unheilbaren Krankheit von uns gegangen war. Seinem Wunsche gem\u00e4\u00df gab es keinerlei zeremoniellen Akt.<\/p>\n<p>Mit Venjamin haben die Esperantisten einen herausragende Aktivisten verloren, und Lena und ich einen lieben Freund.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend einer Radtour durch Europa besuchte Venjamin im Jahr 1990 zum ersten Mal Berlin. Er hat damals nicht einmal nach einer \u00dcbernachtungsm\u00f6glichkeit gefragt. Es war Sommer, und er wollte in einem Zelt schlafen. Ein typisches Zeichen seiner Bescheidenheit!<br \/>\nViele Jahre sp\u00e4ter, und zwar im Jahr 2010, erschien er bei einem Treffen in der Danziger Stra\u00dfe und sagte, dass von nun an seine Frau und er Berliner seien.<\/p>\n<p>Venjamin Rosenberg stammt aus der Stadt Orsk, die im Ural im Osten des Orenburger Gebiets gelegen ist. Er studierte, wurde Bauingenieur und heiratete eine Russin deutscher Abstammung. Anfang der 70-er Jahre zogen beide nach Omsk. Dort wurde er Esperantist, nach dem er die Sprache bei Romuald Sikorskij gelernt hatte. Mit der ihm eigenen Begeisterung leistete Venjamin einen wichtigen Beitrag zur Esperantobewegung der Stadt Omsk. Seine zweite Passion war das Radfahren. Er organisierte viele Radtouren. Einige von ihnen f\u00fchrten sogar \u00fcber sehr gro\u00dfe Entfernungen. Oft hatten diese Touren wichtige Veranstaltungen zum Ziel, zum Beispiel Festivale.<\/p>\n<p>Diese Tradition setzte er in Berlin fort. Gesch\u00e4tzt und beliebt waren bei allen seine wertvollen kulturellen Beitr\u00e4ge zum Esperantoleben unserer Stadt. Gern rezitierte er auf vergn\u00fcgliche Weise Gedichte, zum Beispiel bei Zamenhoffesten. Im Rahmen der Gedenkveranstaltung f\u00fcr Adolf Sproeck rezitierte er dessen humorvolle Dichtungen. Unvergessen ist seine Vorstellung des russischsprachigen Films \u201eCasarosa&#8221;, in dem die Plansprachenfrage die Hauptrolle spielt.<\/p>\n<p>Venjamin Rosenberg war auch selbst ein poetisches Talent. Einige Monate vor seinem Tod schrieb er ein langes Gedicht in russischer Sprache. Es tr\u00e4gt den Titel \u201eBallade von Brot und Kaffee mit Br\u00f6tchen\u201c. In diesem Gedicht reflektiert er in geistreicher Weise seinen Lebenspfad. Am Anfang stand eine Kindheit in \u00e4rmlichen Verh\u00e4ltnissen mit Mangel und Hunger. Von dort f\u00fchrte ihn das Leben schlie\u00dflich zum westlichen \u00dcberfluss in der Umgebung seines neuen Zuhauses in Berlin-Moabit. In das Gewebe seiner Erlebnisse und Eindr\u00fccke flicht er Erinnerungen an die von den Nazis im Moabiter Gef\u00e4ngnis ermordeten Widerstandsk\u00e4mpfer ein.<\/p>\n<p>Nicht ohne Stolz sagte er von sich: \u201eIch bin ein russischer Jude.\u201c Beim Anblick seiner imposanten Figur dachte ich einmal: \u201eHier kommt der Prophet Jeremia!\u201c Aber ein Prophet sein wollte er sicherlich nicht. Er war ein geistig reicher Mensch, der uns viel gegeben hat.<\/p>\n<p>Gerd Bussing<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ende Juli nahm eine kleine Gruppe von Verwandten und Freunden, unter ihnen Esperantisten, an der Beisetzung der Urne mit der Asche von Venjamin Rosenberg teil, der einige Tage zuvor nach einer unheilbaren Krankheit von uns gegangen war. 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