{"id":2464,"date":"2014-09-01T08:51:35","date_gmt":"2014-09-01T07:51:35","guid":{"rendered":"http:\/\/esperanto.berlin\/?p=2464"},"modified":"2014-09-01T08:51:35","modified_gmt":"2014-09-01T07:51:35","slug":"sommerfest-auf-dem-esperantoplatz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/esperanto.berlin\/de\/sommerfest-auf-dem-esperantoplatz\/","title":{"rendered":"(Deutsch) Sommerfest auf Esperantoplatz"},"content":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend des Sommerfestes auf dem Esperantoplatz am 3. September 2014 von 15.00 bis 19.00 Uhr l\u00e4dt die Ausstellung \u201e111 Jahre Esperanto \u2013 Sprache und Kultur in Berlin und Brandenburg\u201c ein zu einer Zeitreise anhand interessanter Fotos aus verschiedenen Zeiten.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/esperanto.berlin\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Ausstellung-111-Jahre-Esperanto-0a-k.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-2465\" src=\"http:\/\/esperanto.berlin\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Ausstellung-111-Jahre-Esperanto-0a-k-971x1024.jpg\" alt=\"Bilder geschichte von Esperanto in Berlin\" width=\"640\" height=\"674\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Gr\u00fcnder begegnen uns auf der ersten Ausstellungstafel. Im Kontakt zu Dr.. Zamenhof in Warschau, dem Initiator der Sprache Esperanto, begr\u00fcndeten sie die Traditionen der Verst\u00e4ndigung, des Kulturaustausches und der Toleranz auch in unserer regionalen Sprachgemeinschaft.<\/p>\n<p>Die Gr\u00fcnder der Berliner Gruppe waren Pazifisten, Mitglieder der Deutschen Friedensgesellschaft. Das war keine Empfehlung f\u00fcr eine Karriere im Wilhelminischen Kaiserreich, dennoch waren sie erstrangige, weltoffene, zukunftstr\u00e4chtige Leute &#8211; <strong>Prof. Adolf Schmidt<\/strong>, der erste Vorsitzende der Gruppe, war Leiter des Geomagnetischen Instituts auf dem Potsdamer Telegrafenberg, ein Wissenschaftler von Weltrang, <strong>Wilhelm Wetekamp<\/strong> \u2013 Schulreformer und Naturschutzpionier hatte im Preu\u00dfischen Abgeordnetenhaus 1898 als erster staatliches Engagement f\u00fcr den Naturschutz verlangt und in Berlin-Sch\u00f6neberg ein Gymnasium gegr\u00fcndet, in dem er als erster Gymnasialdirektor in Preu\u00dfen eine Sch\u00fclerselbstverwaltung einf\u00fchrte und fakultativ Esperanto unterrichtete, <strong>Alfred Hermann Fried<\/strong>, der \u00f6sterreichische Pazifist und Schriftsteller, Friedensnobelpreistr\u00e4ger 1911 und <strong>Jean Borel<\/strong>, Schweizer Journalist und Verleger, der die Gr\u00fcndung der Esperanto-Gruppe initiierte.<\/p>\n<p>Wie warb man 1947 f\u00fcr das Erlernen der Sprache? Ein Foto von der Belegschaft einer Neuk\u00f6llner Druckerei mit ihrem Lieferfahrzeug zeigt es. Welche Gedanken machten sich Berliner Arbeiter-Esperantisten im Jahr 1916 \u00fcber den 1. Weltkrieg. Ein Artikel in der handgeschriebenen selbst illustrierten <strong>Zeitschrift \u201eLa Rondiranto\u201c<\/strong>, die damals nicht vervielf\u00e4ltigt sondern von Hand zu Hand weitergegeben wurde, kann auf der Ausstellungstafel \u201eGeschichten von Krieg und Frieden\u201c gelesen werden und gibt Auskunft.<\/p>\n<p>Auf weiteren Tafeln lernt der Betrachter einige Menschen kennen, die in Berlin und Brandenburg Esperanto-Kultur pr\u00e4gten. Schriftstellerinnen wie <strong>Lena Karpunina<\/strong>, die original in Esperanto verfasste Erz\u00e4hlungen ver\u00f6ffentlichte, \u00dcbersetzer wie <strong>Will Firth<\/strong>, der an einer \u00dcbersetzung des originalen Esperanto-Romans \u201eTilla\u201c der kroatischen Schriftstellerin Spomenka \u0160timec \u00fcber die Schauspielerin Tilla Durieux arbeitet, Esperanto-Liedermacherinnen und S\u00e4ngerinnen wie <strong>Lena Wilke<\/strong> aus Schwedt, Wissenschaftler wie <strong>Dr. Hermann Simon <\/strong>aus Eberswalde, der mit seiner Arbeit am Lexicon silvestre die Entwicklung und Ver\u00f6ffentlichung des Fachwortschatzes der Esperanto-Sprache f\u00f6rderte, wie den Lehrer <strong>Ludwig Sch\u00f6dl <\/strong>aus Neuruppin, der auch in der Zeit des Esperanto-Verbots in der DDR an seiner Schule Esperanto unterrichtete, sich couragiert f\u00fcr die Legalisierung der Sprache einsetzte und 1967 ein Lehrbuch ver\u00f6ffentlichte.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich gibt es auch Fotos aus der Arbeit der <strong>Gesellschaft f\u00fcr Interlinguistik<\/strong>, zu deren allj\u00e4hrlichen Fachtagungen Wissenschaftler aus verschiedenen L\u00e4ndern nach Berlin kommen, f\u00fcr die das Esperanto in seiner Funktion als internationale Sprache und die Sprachgemeinschaft mit ihrer Kultur ein wichtiger Forschungsgegenstand sind.<\/p>\n<p>Begegnungen der Esperantosprecher sind ein weiteres Thema. Fotos vom Br\u00fcckenfest in Frankfurt\/Oder, wo nicht nur Polen und Deutsche sich begegnen, vom Auftritt einer Gesangsgruppe aus Nowy S\u0105cz in den Kost\u00fcmen ihrer Region beim Gemeinsamen Deutsch-D\u00e4nisch-Polnischen Esperanto-Kongress in Berlin, vom Esperanto-Wochenendkurs f\u00fcr Jugendliche in Berlin im Juni dieses Jahres, den Chuck aus den USA und M\u00e9lanie aus der Schweiz leiteten, von der Lesung des australischen Esperantoschriftstellers <strong>Trevor Steele<\/strong> im Berliner Esperanto-Kulturhaus, der Auff\u00fchrung des Theaterst\u00fccks \u201eDer Architekt und der Kaiser von Assyrien\u201c durch eine Pariser Theatertruppe in Berlin oder von dem Ehepaar <strong>Hedwig und Karl Maier<\/strong>, das sich auf einem Esperantoball kennenlernte, in Yokohama heiratete, \u00fcber 20 Jahre in China lebte und sich in ihrer Berliner Wohnung mit chinesischer Kultur umgab.<\/p>\n<p>Die Ausstellung gibt auf 9 Tafeln einen kleinen aber vielschichtigen Einblick in die 111-j\u00e4hrige Geschichte der Sprache Esperanto und der damit verbundenen Kultur in Berlin und Brandenburg.<\/p>\n<p>Fritz Wollenberg<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend des Sommerfestes auf dem Esperantoplatz am 3. 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