{"id":7139,"date":"2019-06-10T12:34:39","date_gmt":"2019-06-10T11:34:39","guid":{"rendered":"https:\/\/esperanto.berlin\/?p=7139"},"modified":"2019-06-10T19:08:20","modified_gmt":"2019-06-10T18:08:20","slug":"onklo-max-instruas","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/esperanto.berlin\/de\/onklo-max-instruas\/","title":{"rendered":"Onkel Max lehrt Esperanto"},"content":{"rendered":"<p><div id=\"attachment_7150\" style=\"width: 328px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/esperanto.berlin\/esperanto-kurso-metzger\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-7150\" class=\"wp-image-7150\" src=\"https:\/\/esperanto.berlin\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/KathJugZ1919Jun-1.jpg\" alt=\"\" width=\"318\" height=\"449\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-7150\" class=\"wp-caption-text\">Mit der Ausgabe vom Juni 1919 begann der Esperanto-Kurs von Metzger<\/p><\/div><\/p>\n<p>Genau vor 100 Jahren, bevor sich Max Josef Metzger im Juni 1919 auf den Weg nach Berlin zum \u00bb<a href=\"https:\/\/esperanto.berlin\/deutsch-metzger-beim-pazifistenkongress-1919\/\">Achten Deutschen Pazifistenkongress<\/a>\u00ab machte, begann er in der \u00bbKatholischen Jugendzeitung\u00ab mit einem Esperantokurs.<\/p>\n<p>Die \u00bbKatholische Jugendzeitung\u00ab war im Januar des Jahres 1919 zum ersten Mal erschienen und eine regelm\u00e4ssige Rubrik war von Anfang an \u00bbDie Plauderstunde mit dem Onkel\u00ab in der Onkel Max seinen \u00bbNeffen und Nichten\u00ab etwas von der Welt erz\u00e4hlt. Das Format der lockeren Plauderei mit Kindern hatte er schon fr\u00fcher eingef\u00fchrt und 1916 gestanden, dass er <a href=\"https:\/\/esperanto.berlin\/onkel-max-mag-apfelstrudel\/\">Apfelstrudel<\/a> mag.<\/p>\n<p>In der Ausgabe vom April 1919 (Seite 13\/14) hatte er \u00fcber seinen Besuch beim V\u00f6lkerbund in Bern berichtet. Er erkl\u00e4rte wie der V\u00f6lkerbund funktioniert (&#8220;..<em>einen Kaiser braucht man da nicht&#8230;<\/em>)und wie er f\u00fcr den Frieden zwischen den Nationalstaaten wirkt: &#8220;<em>Der V\u00f6lkerbund wird nur dann eine sch\u00f6ne und einige Menschenfamilie begr\u00fcnden, wenn die einzelnen Menschen alle mehr als heute gut und fromm geworden sind&#8230;..&#8221;<\/em>.<\/p>\n<h2 id=\"sprachproblem-beim-v\u00f6lkerbund\">Sprachproblem beim V\u00f6lkerbund<\/h2>\n<p>In der Ausgabe vom Mai (Seite 17\/18) kn\u00fcpfte er daran an und ging auf das Sprachproblem ein: &#8220;<em>Die meisten Teilnehmer haben mehrere Sprachen verstanden und zwar fast alle Deutsch, Franz\u00f6sisch und Englisch. Infolgedessen hat jeder in einer dieser Sprachen gesprochen und ein Dolmetsch jedesmal die wichtigsten Sachen \u00fcbersetzt.<\/em>&#8221; Er geht dann darauf ein, dass es bei einem Kongress von \u00bbGebildeten\u00ab noch funktioniert, aber bei einem Kongress der Arbeiter in Bern h\u00e4tte man immer in mehrere Sprachen \u00fcbersetzen m\u00fcssen, weil die Arbeiter zumeist nicht mehrere Sprachen beherrschen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Er erw\u00e4hnt, dass er den Erfinder der ersten \u00bbWelthilfssprache\u00ab Volap\u00fck, den badischen katholischen Geistlichen Martin Schleyer noch pers\u00f6nlich gekannt habe. Aber Volap\u00fck h\u00e4tte einem besseren weichen m\u00fcssen: Esperanto.<\/p>\n<p>Er macht den lieben Nichten und Neffen klar:<\/p>\n<h2 id=\"dieses-esperanto-ist-allem-ans\">Dieses Esperanto ist allem Anschein nach die Sprache der Zukunft!<\/h2>\n<p>und bietet an, sie in seine Geheimnissse einzuweihen. Er f\u00e4ngt in der Ausgabe vom Mai 1919 mit Informationen \u00fcber die Grundlagen des Esperanto an und erkl\u00e4rt Hauptw\u00f6rter, Beiw\u00f6rter, Zeitw\u00f6rter und die Zeiten.<\/p>\n<p>F\u00fcr die kleinen Schleckerm\u00e4uler w\u00e4hlt er ein Beispiel mit Honig.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">La mielo estas bona . Der Honig ist gut<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">La mielo estis bona . Der Honig war gut<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">La mielo estos bona . Der Honig wird gut sein.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-7148 alignright\" src=\"https:\/\/esperanto.berlin\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/KathJugZ-EsperantoEcke.jpg\" alt=\"\" width=\"382\" height=\"78\" \/>Er k\u00fcndigt an, dass in der Katholischen Jugendzeitung eine \u00bbEsperanto-Ecke\u00ab eingerichtet werde, die es tats\u00e4chlich bis zur letzten vorliegenden Ausgabe vom Dezember 1920 gab.<\/p>\n<p>In der Plauderstunde vom Juni 1919 (Nummer 6, Seite 21\/22) f\u00e4ngt er mit dem Esperanto-Kurs an, in dem er unter anderem die Verwendung der Umstandsw\u00f6rter, der Vorsilbe \u00bb-mal\u00ab und der Mehrzahl erkl\u00e4rt. Man konnte ein Esperanto-Lehrbuch beim &#8220;Verlag Volksheil&#8221; gegen 1,40 Kronen in Briefmarken bestellen.<\/p>\n<p>Im Juli 1919 (Nr. 7, Seite 25\/26) ist die \u00bbPlauderstunde\u00ab zum letzten Mal dem Esperanto gewidmet, denn ab jetzt gibt es die versprochene \u00bbEsperanto-Ecke\u00ab in jeder Ausgabe. Allerdings muss aus finanziellen Erw\u00e4gungen die Nummer von August 1919 ausfallen, weil sich durch die h\u00f6heren Arbeitsl\u00f6hne die Druckkosten um 100 Kronen pro Ausgabe erh\u00f6ht h\u00e4tten. Aber mit mehr Abonnenten k\u00f6nnten die Kosten aufgefangen werden, deshalb sollen die Leser weitere Abonnenten werben.<\/p>\n<p>Er berichtet von einem Besuch in Breslau, wo die abstinenten Mittelsch\u00fcler (<a href=\"http:\/\/www.lueben-damals.de\/erinnerungen\/gruppenbilder\/verein_quickborn.html\">Quickborner<\/a>) nicht nur Esperanto gelernt, sondern gleich eine \u00bbKatolika Mondjunularo\u00ab gegr\u00fcndet h\u00e4tten. Sie wollten nun auf Esperanto einen Briefwechsel mit Sch\u00fclern in England, Japan und sonstwo anfangen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">In der Ausgabe von August-September 1919 (Nummer 8\/9 Seite 79\/89) plaudert Onkel Max \u00fcber die Notwendigkeit einer \u00bbMindest-Bildung\u00ab f\u00fcr jeden Staatsb\u00fcrger, der in der Republik mitreden will. Im Dezember 1919 (Nummer 12, Seite 37\/38) erl\u00e4utert er, wie eine Zeitung gemacht wird (Setzen, Korrekturlesen, Druck, Versand) und gibt Einblicke in den Ablauf bei der Herstellung der \u00bbKatholischen Jugendzeitung\u00ab, in in Graz bei der Universit\u00e4ts-Buchdruckerei &#8220;Styria&#8221; (heute <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Styria_Media_Group\">Styria Media Group AG<\/a>, kurz Styria) hergestellt wurde.<\/p>\n<div id=\"attachment_7145\" style=\"width: 249px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-7145\" class=\"wp-image-7145\" src=\"https:\/\/esperanto.berlin\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Metzger-Foto-KathJugztg.jpg\" alt=\"\" width=\"239\" height=\"393\" \/><p id=\"caption-attachment-7145\" class=\"wp-caption-text\">Max Josef Metzger, undatiert, ver\u00f6ffentlicht Herbst 1919<\/p><\/div>\n<p>Die zwei Jahrg\u00e4nge 1919\/1920 der \u00bbKatholischen Jugendzeitung\u00ab sind freundlicherweise von Frau Gertrud Rossmann, Archivarin des <a href=\"http:\/\/www.max-josef-metzger-meitingen.de\/\">Christk\u00f6nigs-Instituts, Meitingen<\/a>, zur Verf\u00fcgung gestellt worden.<\/p>\n<p>In der Nummer 10\/11 vom Oktober-November 1919 findet sich neben der Esperanto-Ecke ein Beitrag von \u00bbTante Lisl\u00ab, die schreibt, dass die lieben Nichten und Neffen immer wieder fragen w\u00fcrden, wie denn Onkel Max aussieht.<\/p>\n<p>Zu seinem Namenstag am 12. Oktober hat sie seine Abwesenheit durch eine Vortragsreise in Deutschland genutzt, um ein Foto in die Jugendzeitung zu \u00bbschmuggeln\u00ab und schreibt: &#8220;<em>Auf dem Bild macht der Onkel ein recht ernstes Gesicht &#8211; er hat eben viele Sorgen und M\u00fche und Arbeit. Ihr m\u00fcsst einmal selbst zu uns nach Graz kommen und denn werdet ihr sehen, dass der Onkel auch ein gar lustiges Gesicht machen kann, besonders, wenn er seine lieben Neffen und Nichten um sich hat<\/em>&#8220;.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Genau vor 100 Jahren, bevor sich Max Josef Metzger im Juni 1919 auf den Weg nach Berlin zum \u00bbAchten Deutschen Pazifistenkongress\u00ab machte, begann er in der \u00bbKatholischen Jugendzeitung\u00ab mit einem Esperantokurs. 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