{"id":7490,"date":"2019-10-05T12:56:33","date_gmt":"2019-10-05T11:56:33","guid":{"rendered":"https:\/\/esperanto.berlin\/?p=7490"},"modified":"2019-10-05T21:46:59","modified_gmt":"2019-10-05T20:46:59","slug":"borgius-werbung-1907","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/esperanto.berlin\/de\/borgius-werbung-1907\/","title":{"rendered":"Werbung 1907"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-7492\" src=\"https:\/\/esperanto.berlin\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Borgius-1907-Titel-400.jpg\" alt=\"\" width=\"246\" height=\"389\" \/>Bevor sich der Berliner Dr. Walter Borgius <a href=\"https:\/\/esperanto.berlin\/borgius1909\/\">mit lautem Knall von Esperanto abwandte<\/a>, hatte er 1907 eine der damals h\u00e4ufigen Propagandaschriften unter dem Titel \u00bb<a href=\"https:\/\/esperanto.berlin\/borgius-biografio\/borgius-weltsprache-problem\/\">Das Weltsprache-Problem<\/a>\u00ab verfasst.<\/p>\n<p>Borgius ist einer der wenigen Esperantisten, die mit Frankfurt\/Oder, der Stadt des <a href=\"https:\/\/esperanto.berlin\/gek2020\/\">Deutschen Esperanto-Kongresses<\/a> 2020 in Verbindung gebracht werden k\u00f6nnen. Dort wurde er am 2. November 1870 geboren. Er studierte Volkswirtschaft, Jura und Philosophie in T\u00fcbingen, Berlin (bei Max Weber), Breslau (bei Werner Sombart) und Heidelberg.<\/p>\n<p>Seine Promontion 1897 an der an der Universit\u00e4t Heidelberg hatte das faszinierende Thema \u00bbDie Fruchtmarktgesetzgebung in Kurpfalz im 18. Jahrhundert\u00ab. Es gibt eine Eintrag in der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Walther_Borgius\">deutschen Wikipedia<\/a> und sehr knapp in der <a href=\"https:\/\/eo.wikipedia.org\/wiki\/Walter_Borgius\">Esperanto-Version<\/a>.<\/p>\n<p>Schon als Student war er politisch interessiert und ver\u00f6ffentlichte unter dem Pseudonym \u00bbHeinz Starkenburg\u00ab Beitr\u00e4ge in der Zeitschrift \u00bbDer sozialistische Akademiker\u00ab im Umfeld der Sozialdemokratie. Bleibenden Ruhm hat er sich durch eine Anfrage bei Friedrich Engels erworben, den er um eine Erkl\u00e4rung bat, was unter \u00bb\u00f6konomischen Verh\u00e4ltnissen\u00ab zu verstehen sei. Engels antwortete am 25. Januar 1894 und das Schreiben wurde im Wortlaut in der <a href=\"http:\/\/library.fes.de\/sozmon\/pdf\/1895\/1895_20.pdf\">Nummer 20, vom 15. Oktober 1895<\/a> (Seite 373\/374 PDF) ver\u00f6ffentlicht. Das fand sogar Eingang in Marx-Engels-Werke (MEW) Bd. 39, S. 205\u2013207.<\/p>\n<p>Andere Beitr\u00e4ge von Borgius\/Starkenburg in der Zeitschrift \u00bbDer sozialistische Akademiker\u00ab befassen sich mit Anarchismus und Freier Liebe. Die Zeitschrift war urspr\u00fcnglich 1895 von Johann Sassenbach als \u00bbOrgan der sozialistischen Studirenden und Studirten deutscher Zunge\u00ab gegr\u00fcndet worden. Zwei Jahre sp\u00e4ter kam es zu Differenzen und Sassenbach schied aus der Redaktion aus. Von da an f\u00fchrte Joseph Bloch die Zeitschrift unter dem Titel \u00bb<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sozialistische_Monatshefte\">Sozialistische Monatshefte<\/a>\u00ab als Herausgeber bei neuer Z\u00e4hlung im Juli 1897 fort. Die Ausgaben sind in einer <a href=\"https:\/\/library.fes.de\/sozmon\/index.html\">Datenbank der Friedrich-Ebert-Stiftung<\/a> (mit Textsuche) zug\u00e4nglich.<\/p>\n<p>Von Heinz Starkenburg (Adresse: Mannheim) gibt es dann nur in Nummer 3 (1897) Seite 216 &#8211; 219 einen Beitrag mit dem Titel \u00bbNoch einmal Anarchismus und Sozialismus, aber nichts von Borgius.<\/p>\n<p>Ein einziger Beitrag von Heinrich Peus. (1908), H. 6, S. 366 &#8211; 370 stellte \u00bbDie Welthilfssprache Esperanto\u00ab vor und es gab 1910 \u00bbKritisches zur Weltsprachbewegung\u00ab von Franz Staudinger, wobei auch Esperanto explizit genannt wird.<\/p>\n<p>Im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts hatte Borgius eine Anstellung in Berlin als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des \u201eHandelsvertragsvereins\u201c in Berlin, <sup id=\"cite_ref-7\" class=\"reference\"><\/sup>sp\u00e4ter auch des \u201eDeutsch-Franz\u00f6sischen Wirtschaftsverbandes\u201c und des \u201eDeutsch-Rum\u00e4nischen Wirtschaftsverbandes\u201c bis 1923.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.zeno.org\/Meyers-1905\">Meyers Gro\u00dfes Konversations-Lexikon\u00a0<\/a><a class=\"zenoTXKonk\" title=\"Faksimile\" href=\"http:\/\/www.zeno.org\/Meyers-1905\/K\/meyers-1905-008-0747\" name=\"747\"><\/a> von 1907 erl\u00e4utert die Aufgabe dieser Organisation:<\/p>\n<ul>\n<li><b>Handelsvertragsverein<\/b>, eine von <a class=\"zenoTXLinkAutoFlex\" href=\"http:\/\/www.zeno.org\/Meyers-1905\/A\/Interess%C3%A9nt\">Interessenten<\/a>, namentlich vom <a class=\"zenoTXLinkAuto\" href=\"http:\/\/www.zeno.org\/Meyers-1905\/A\/Verein\">Verein<\/a> zur <a class=\"zenoTXLinkAuto\" href=\"http:\/\/www.zeno.org\/Meyers-1905\/A\/W%C3%A4hrung\">Wahrung<\/a> der <a class=\"zenoTXLinkAuto\" href=\"http:\/\/www.zeno.org\/Meyers-1905\/A\/Interessen\">Interessen<\/a> der chemischen <a class=\"zenoTXLinkAuto\" href=\"http:\/\/www.zeno.org\/Meyers-1905\/A\/Industrie\">Industrie<\/a> 1897 gegr\u00fcndete <a class=\"zenoTXLinkAuto\" href=\"http:\/\/www.zeno.org\/Meyers-1905\/A\/Zentralstelle\">Zentralstelle<\/a> zur Vorbereitung von <a class=\"zenoTXLinkAutoFlex\" href=\"http:\/\/www.zeno.org\/Meyers-1905\/A\/Handelsvertr%C3%A4ge\">Handelsvertr\u00e4gen<\/a> mit freih\u00e4ndlerischer <a class=\"zenoTXLinkAuto\" href=\"http:\/\/www.zeno.org\/Meyers-1905\/A\/Richtung\">Richtung<\/a>. Der H. gibt eine eigne <a class=\"zenoTXLinkAuto\" href=\"http:\/\/www.zeno.org\/Meyers-1905\/A\/Korrespond%C3%A9nz\">Korrespondenz<\/a> heraus. Vgl. <span class=\"zenoTXSpaced\">Borgius<\/span>, Der H. (Berl. 1903).<\/li>\n<\/ul>\n<p>Damit hatte Borgius einen ganz handfesten professionellen Zugang zu den Sprachproblemen, die den internationalen Handel behinderten. Das zieht sich durch die Argumentation in seiner Schrift \u00bbDas Weltsprache-Problem\u00ab<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-7495\" src=\"https:\/\/esperanto.berlin\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Borgius-Weltsprache-Sozialer-Fortschritt.jpg\" alt=\"\" width=\"2504\" height=\"1759\" \/>Die d\u00fcnne Brosch\u00fcre war nicht in einem Esperanto-Verlag erschienen, sondern in der Reihe \u00bbSozialer Fortschritt\u00ab m Verlag Felix Dietrich in Leipzig. In dieser Reihe hatte Borgius schon als Nummer 31\/32 \u00fcber \u00bbHandelspolitik und Handesvertr\u00e4ge\u00ab geschrieben. In der Reihe ver\u00f6ffentlichten viele Wortf\u00fchrer der Bewegung, die sich f\u00fcr \u00bbSozialen Fortschritt\u00ab in weitestem Sinne einsetzet. Darunter Adolf Damaschke, der Begr\u00fcnder der Bodenreformbewegung, der Friedensaktivist\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Leopold_Katscher\"> Leopold Katscher<\/a> (der 1902 auch eine Biografie von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bertha_von_Suttner\">Bertha von Suttner<\/a> verfasste), bzw deren Mitarbeiter und Esperanto-Pionier Alfred H. Fried. Es gab viele Vertreterinnen der Frauenbewegung (Henriette F\u00fcrth, Else L\u00fcders, Alice Salomon, Adele Schreiber, K\u00e4the Schirrmacher) und einigen davon ist Borgius sp\u00e4ter bei seinem Engagement f\u00fcr den \u201e<a title=\"Deutscher Bund f\u00fcr Mutterschutz und Sexualreform\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Deutscher_Bund_f%C3%BCr_Mutterschutz_und_Sexualreform\">Bund f\u00fcr Mutterschutz<\/a>\u201c begegnet.<\/p>\n<p>Er war viele Jahre &#8211; relativ unbemerkt &#8211; im Vorstand und konnte sich offensichtlich aus den \u00bbZickenkrieg\u00ab heraushalten, mit dem die Frauenrechtlerinnen versuchten ihre Position in dem Verein durchzusetzen. Die Initiative kam urspr\u00fcnglich von der Dichterin <a title=\"Ruth Br\u00e9\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ruth_Br%C3%A9\">Ruth Br\u00e9<\/a> (Elisabeth Bouness), die aber\u00a0 von dem Berliner Mehrheit im Vorstand bald an den Rand gedr\u00e4ngt wurde. In ihrer Dissertation (<a href=\"https:\/\/ediss.sub.uni-hamburg.de\/volltexte\/2016\/8240\/pdf\/Dissertation.pdf\">Matriarchale Utopien, freie Liebe und Eugenik (PDF)<\/a>.\u00a0 Der Bund f\u00fcr Mutterschutz im Wandel zeitgen\u00f6ssischer Ideen und politischer Systeme) hat Julia Polzin den Einstieg und das Agieren von Borgus in den Bund f\u00fcr Mutterschutz auf den Seite 114 bis 344 untersucht.<\/p>\n<p>Borgius hatte 1904 selbst vorgehabt einen \u00bbVerein zur Reform des gesamten Sexuallebens\u00ab zu gr\u00fcnden und war ziemlich entt\u00e4uscht, als ihm <a title=\"Ruth Br\u00e9\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ruth_Br%C3%A9\">Ruth Br\u00e9\u00a0<\/a> erkl\u00e4rte, dass sie diesen Verein schon gegr\u00fcndet h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Julia Polzin schreibt:<\/p>\n<ul>\n<li>Letztendlich erkannte Borgius das Potenzial des Bundes, lie\u00df seinen Plan vom eigenen Verein fallen und bot Br\u00e9 seine Mitarbeit an. Sp\u00e4testens jetzt wird Borgius Br\u00e9 wohl enth\u00fcllt haben, dass sich hinter\u00a0 dem Pseudonym Heinz Starkenburg, den sie so h\u00e4ufig in ihren Schriften zitiert hatte, er selbst verbarg.<br \/>\nBorgius alias Starkenburg wurde mit Meyer und Landmann bekannt gemacht. Borgius \u00fcberzeugte sie, ihm die \u201efernere Propaganda (fast ausschliesslich in Berlin)\u201c zu \u00fcberlassen.<br \/>\nDann pl\u00e4dierte Borgius daf\u00fcr, den offiziellen Sitz, die Gesch\u00e4ftsstelle des Bundes in die Weltmetropole Berlin zu verlegen, statt ihn in der Provinz zu belassen.<br \/>\nIn Berlin sollte der BfM auch \u00f6ffentlich gro\u00df eingef\u00fchrt werden. Bei der Zusammenstellung einer offiziellen ErstunterzeichnerInnensliste drang Borgius darauf, diese ausschlie\u00dflich mit prominenten Namen zu besetzen und Namen wie Metta Meinken und Heinrich Meyer davon zu streichen.<br \/>\nLandmann, der mit Br\u00e9 \u00fcber konkrete M\u00fctteransiedlungen in Eden korrespondierte, war einverstanden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zur Position von Borgius schreibt Polzin (Seite 114\/115) unter Verwendung von Zitaten aus seiner Schrift \u00bbDie Ideenwelt des Anarchismus\u00ab, Leipzig 1904,<\/p>\n<ul>\n<li>Auch forderte er die \u201eabsolute Autonomie der geschlechtlichen Pers\u00f6nlichkeit\u201c f\u00fcr M\u00e4nner und Frauen. Das hie\u00df f\u00fcr Borgius nicht nur die Zerschlagung der grunds\u00e4tzlich verwerflichen Ehe, sondern auch der Familie, was der Idee Br\u00e9s widersprach. Borgius\u2019 Ziel war die \u201eAtomisierung der Gesellschaft in freie Einzelindividuen\u201c.<br \/>\nDenn Ehe und Familie bedeuteten f\u00fcr AnarchistInnen Herrschaft und Ausbeutung der Geschlechtlichkeit und der Arbeitskraft der Schwachen: \u201eWem die Kuh geh\u00f6rt, dem geh\u00f6rt das Kalb.\u201c Das in sich widernat\u00fcrliche, k\u00fcnstliche Konstrukt der Ehe t\u00f6te zudem den eigentlichen Genuss des Liebeslebens, der auf den Hauptreizen des Neuen und des \u00dcberwindens von Widerstand respektive des Siegens bzw. des Besiegtwerdens basiere. Die \u201ebrutale Unzweckm\u00e4\u00dfigkeit\u201c der Ehe erschlie\u00dfe sich auch aus der unterschiedlichen physiologischen Veranlagung der Geschlechter: der \u201eaufs \u00e4u\u00dferste beschr\u00e4nkten Fortpflanzungsf\u00e4higkeit\u201c der Frau und der nahezu un-<br \/>\nbeschr\u00e4nkten Zeugungsf\u00e4higkeit des Mannes.<br \/>\nZudem sei es unm\u00f6glich, erkl\u00e4rte Borgius, dass ein einziger Mensch alle sexuellen, emotionalen, sozialen und geistigen Bed\u00fcrfnisse eines anderen dauerhaft erf\u00fcllen k\u00f6nne. Nach der Zerschlagung der sozialen Herrschaftsstrukturen spreche nichts gegen das Zusammenleben freier Individuen, so lange sie wollten, eventuell auch per Vertrag in den jeweiligen Einzelbereichen. Von weniger streng reglementierten Eheformen oder von der freien Liebe hielt Borgius aber nichts! Denn das Wesen<br \/>\nder Ehe, das monogamische Prinzip (dieses staatlich eingebl\u00e4ute \u201ehohle Heiligenbild\u201c, dieser \u201eSpuk\u201c), bleibe auch bei leichter zu l\u00f6senden Arrangements erhalten.<br \/>\nDie Freiheit der Frau lie\u00dfe sich nur durch deren allgemeine Berufst\u00e4tigkeit oder eine gesellschaftlich organisierte bedingungslose Existenzgrundlage als Gegenleistung zu ihrer Geb\u00e4r-, Still- und Erziehungsleistung verwirklichen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Inwieweit seine Ehefrau damit einverstaden war, ist leider nicht \u00fcberliefert. Beim Esperanto-Kongress in Dresden findet man ihn jedenfalls in der Teilnehmerliste unter Nummer 1024 mit einer Hedwig(1025) im selben Quartier in der Dresdener <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lockwitzer_Stra%C3%9Fe_(Dresden)\">Lockwitzerstrasse 16 (Strehlen)<\/a> (Haus 3 bis 7 sowie 14 bis 26 denkmalgesch\u00fctzte Wohnh\u00e4user der Zeit um 1900 in geschlossener Bebauung, die sowohl im Jugendstil als auch im Stil der Neurenaissance gehalten sind und reichen plastischen Schmuck haben. Die H\u00e4user 14 und 16 wurden 1905 von Schlossermeister Franz Wagenl\u00f6chter aus Dresden-Neustadt nach Pl\u00e4nen seines Bruders Wilhelm erbaut. Beide Geb\u00e4ude sind dreigeschossig. Das Dachgeschoss wurde ausgebaut. Bemerkenswert sind \u201e[d]ie f\u00fcr Dresdner Verh\u00e4ltnisse recht ausgefallenen Fassaden der Wohnh\u00e4user\u201c,<sup id=\"cite_ref-4\" class=\"reference\"><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Lockwitzer_Stra%C3%9Fe_(Dresden)#cite_note-4\">[4]<\/a><\/sup> so ist die Gestaltung des Eingangsbereiches Nummer\u00a014 mit dar\u00fcber befindlichem Balkon und Konsolen bemerkenswert; die Fassade zeigt Portr\u00e4treliefs. Ein Gutachten der Dresdner Baupolizei beanstandete ausschlie\u00dflich die Dimensionierung und die Gestaltung der Dachaufbauten, die zum Beispiel am Haus Nr.\u00a016 mit Ranken im Jugendstil geschm\u00fcckt sind. Der Gestaltungsstil wurde jedoch von dem Amt akzeptiert und das Geb\u00e4ude am 8.\u00a0Dezember 1904 in dem Gutachten als zul\u00e4ssig betrachtet.)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-7499\" src=\"https:\/\/esperanto.berlin\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/Borgius-1908-Dresden.jpg\" alt=\"\" width=\"2308\" height=\"544\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Familie Borel hatte sich offensichtlich schon viel fr\u00fcher angemeldet.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-7313\" src=\"https:\/\/esperanto.berlin\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/Borgius1908Titel.jpg\" alt=\"\" width=\"306\" height=\"446\" \/><\/p>\n<h2 id=\"ausstieg-aus-esperanto\">Ausstieg aus Esperanto<\/h2>\n<p>Kurz nach dem <a href=\"https:\/\/eo.wikipedia.org\/wiki\/UK_1908\">Kongress in Dresden<\/a> war es mit den Sympathien f\u00fcr Esperanto zuende. Borgius ver\u00f6ffentliche eine <a href=\"https:\/\/esperanto.berlin\/borgius1909\/\">Abrechung mit Esperanto<\/a>, in der er haupts\u00e4chlich die Reformunwilligkeit der f\u00fchrenden Pers\u00f6nlichkeiten anprangerte.<\/p>\n<p>Druckerei und Verlag waren Liebheit &amp; Thiese in Berlin, wo auch seine handelspolitischen Ver\u00f6ffentlichungen erschienen.<\/p>\n<p>Borgius blieb politisch aktiv. Neben seiner T\u00e4tigkeit im Vorstand des \u201e<a title=\"Deutscher Bund f\u00fcr Mutterschutz und Sexualreform\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Deutscher_Bund_f%C3%BCr_Mutterschutz_und_Sexualreform\">Bund f\u00fcr Mutterschutz<\/a>\u201c stand er in Kontakt mit oppositionellen Kr\u00e4ften w\u00e4hrend des Ersten Weltkriegs. Er hatte aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden eine Einberufung vermeiden k\u00f6nnen.<\/p>\n<h2 id=\"bund-neues-vaterland\">Bund neues Vaterland<\/h2>\n<p>Er wird unter den Mitglieder des <b>Bund Neues Vaterland<\/b> genannt, der\u00a0 die bedeutendste deutsche <a title=\"Pazifismus\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pazifismus\">pazifistische<\/a> Vereinigung im <a title=\"Erster Weltkrieg\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Erster_Weltkrieg\">Ersten Weltkrieg<\/a> (am <a title=\"16. November\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/16._November\">16. November<\/a> <a title=\"1914\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/1914\">1914<\/a> gegr\u00fcndet) war. Er hatte seinen Sitz in der Tauentzienstra\u00dfe Nr. 9 (Charlottenburg?). Bis 1922 waren es nur etwa 200 Mitglieder, darunter aber illustre Namen.<\/p>\n<p>Ende 1918 gab sich der Bund ein neues Grundsatzprogramm, in dem es hie\u00df: \u201eDer Bund Neues Vaterland ist eine Vereinigung, um ohne Verpflichtung auf ein bestimmtes Parteiprogramm an dem Aufbau der deutschen sozialistischen Republik auf demokratischer Grundlage und dar\u00fcber hinaus an dem gro\u00dfen Werke der V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung mitzuarbeiten.\u201c<\/p>\n<p>Trotz dem Bekenntnis zum \u00bbgro\u00dfen Werke der V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung\u00ab scheint es keine erkennbaren Kontakte zur Esperanto-Bewegung gegeben haben, die \u00fcber gewisse Sympathien von einzelnen Pers\u00f6nlicheiten hinausgehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table style=\"height: 802px; width: 97.2939%;\" border=\"0\" width=\"494\" cellspacing=\"1\" cellpadding=\"4\">\n<tbody>\n<tr style=\"height: 88px;\">\n<td class=\"text\" style=\"height: 88px;\" colspan=\"3\">4 Treffer zu starkenburg im Register Stichwort(5.10.2019)<\/p>\n<p>Die Soziologie des \u00f6konomischen Materialismus \/ [Heinz Starkenburg]. &#8211; [Electronic ed.].<br \/>\nIn: Der Sozialistische Akademiker. &#8211; 1(1895), H. 11, S. 193 &#8211; 196<br \/>\nElectronic ed.: Bonn : FES Library, 2006<br \/>\nDas Dokument im HTML-Format<\/p>\n<p>Agrar-Programm und Land-Agitation \/ [Heinz Starkenburg]. &#8211; [Electronic ed.].<br \/>\nIn: Der Sozialistische Akademiker. &#8211; 1(1895), H. 17, S. [309] &#8211; 311<br \/>\nElectronic ed.: Bonn : FES Library, 2006<\/p>\n<p>Freie Liebe : Weiteres zur Debatte \u00fcber das sexuelle Problem \/ [Heinz Starkenburg]. &#8211; [Electronic ed.].<br \/>\nIn: Der Sozialistische Akademiker. &#8211; 2(1896), H. 4, S. 227 &#8211; 229<br \/>\nElectronic ed.: Bonn : FES Library, 2006<\/p>\n<p>Noch einmal Anarchismus und Sozialismus \/ von Heinz Starkenburg. &#8211; [Electronic ed.].<br \/>\nIn: Sozialistische Monatshefte. &#8211; 1 = 3(1897), H. 4, S. 216 &#8211; 219<br \/>\nElectronic ed.: Bonn : FES Library, 2006<\/p>\n<p>1 Treffer zu esperanto im Register Stichwort(5.10.2019)<\/p>\n<p>Die Welthilfssprache Esperanto \/ Heinrich Peus. &#8211; [Electronic ed.].<br \/>\nIn: Sozialistische Monatshefte. &#8211; 12 = 14(1908), H. 6, S. 366 &#8211; 370<br \/>\nElectronic ed.: Bonn : FES Library, 2006<\/p>\n<table border=\"0\" width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"2\"><span class=\"fett\">2<\/span> Treffer zu Ihrer Suchanfrage<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\"><span class=\"fett\">Stichwort:<\/span> Weltsprache<\/td>\n<td class=\"impressum\" align=\"right\">erzeugt am 5.10.2019<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p align=\"justify\"><b>Zur Geschichte der Weltsprachebewegung<\/b> \/ Franz Staudinger. &#8211; [Electronic ed.].<br \/>\nIn: Sozialistische Monatshefte. &#8211; 14 = 16(1910), H. 3, S. 192 &#8211; 197<br \/>\nElectronic ed.: Bonn : FES Library, 2006<br \/>\n<b><a href=\"http:\/\/library.fes.de\/cgi-bin\/digisomo.pl?id=02803&amp;dok=1910\/1910_03&amp;f=1910_0192&amp;l=1910_0197\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Das Dokument im HTML-Format<\/a><\/b><\/p>\n<p align=\"justify\"><b>Kritisches zur Weltsprachebewegung<\/b> \/ Franz Staudinger. &#8211; [Electronic ed.].<br \/>\nIn: Sozialistische Monatshefte. &#8211; 14 = 16(1910), H. 5, S. 315 &#8211; 319<br \/>\nElectronic ed.: Bonn : FES Library, 2006<br \/>\n<b><a href=\"http:\/\/library.fes.de\/cgi-bin\/digisomo.pl?id=02817&amp;dok=1910\/1910_05&amp;f=1910_0315&amp;l=1910_0319\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Das Dokument im HTML-Format<\/a><\/b><\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bevor sich der Berliner Dr. Walter Borgius mit lautem Knall von Esperanto abwandte, hatte er 1907 eine der damals h\u00e4ufigen Propagandaschriften unter dem Titel \u00bbDas Weltsprache-Problem\u00ab verfasst. 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