{"id":9594,"date":"2023-02-04T19:30:03","date_gmt":"2023-02-04T18:30:03","guid":{"rendered":"https:\/\/esperanto.berlin\/?p=9594"},"modified":"2023-02-05T20:30:00","modified_gmt":"2023-02-05T19:30:00","slug":"etikaj-movadoj-schwantje","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/esperanto.berlin\/de\/etikaj-movadoj-schwantje\/","title":{"rendered":"Ethische Bewegungen"},"content":{"rendered":"<p>Der 1. Freitag im Monat ist bei der Esperanto-Gruppe im Haus am Mierendorffplatz in Charlottenburg f\u00fcr einen Vortrag in deutscher Sprache reserviert. An den anderen Freitagen wird die internationale Sprache Esperanto gelernt oder durch Reden ge\u00fcbt.<\/p>\n<p>Am Freitag, den 3. Februar 2023 ging es um das Verh\u00e4ltnis von Esperanto zu Bewegungen, die eine Sprache nicht nur zum Vergn\u00fcgen lernen, sondern damit einen \u201eethischen\u201c Anspruch verbinden. Markus Schwantje, der zur Kaiserzeit der Gesch\u00e4ftsf\u00fcher des Tierschutzvereins Charlottenburg war, verstand darunter neben den Tiersch\u00fctzern, die Gegner vor Tierversuchen, Vegetarier, Abstinenzler, Pazifisten und Anh\u00e4nger der Lebensreform- und Naturheilbewegung.<\/p>\n<p>Vieles vom dem, \u00fcber das er in seiner \u201eEthischen Rundschau\u201c ansprach, kommt einem unter einem anderem Namen ziemlich zeitgem\u00e4\u00df vor. Etwa der Anbau von naturbelassenem Gem\u00fcse als \u201eUrban Gardening\u201c, die Impkritik oder der Trend zu einer Naturgerechten Lebensweise. Im Heft 3 von 1913 informierte er seine Leser \u201eUeber das Esperanto\u201c und geht speziell auf die f\u00fcr seine Leserschaft relevanten \u201eethischen\u201c Bewegungen ein, die Kontaktadressen oder teilweise eigene Zeitschriften hatten.<\/p>\n<p>Ein wichtiges Anliegen war ihm auch die \u201eBodenreform\u201c und er erw\u00e4hnt, dass Ebenezer Howard, der geistige Vater der \u201eGartenstadt\u201c-Bewegung schon beim 3. Esperanto-Kongress in Cambridge 1907 mehrere 100 Teilnehmer in seinem Projekt \u201eLetchworth\u201c (n\u00f6rdlich von London) empfing und die Parallelen der Gartenstadt-Idee zu Esperanto erl\u00e4uterte.Beim 10. Esperanto-Kongress 1913 in Krakau hielt er dazu einen Vortrag, der die russische Zeitschrift \u201eOndo de Esperedanto\u201c dazu veranlasste, selbst vor Ort nachzusehen, wie es mit dem Aufbau der neuen Siedlung vorangeht und inwieweit die noblen Ziele (preiswerter Wohnraum f\u00fcr Arbeiter, gesunde Umgebung, Selbst- und Nahversorgung, Kultur) erf\u00fcllt werden konnten. Ein vergleichbares Projekt, die Obstbausiedlung Eden in Oranienburg war in den \u201eEthischen Rundschau\u201c mit Anzeigen vertreten, wie auch die Anbieter von der damals typischen \u201eGesundheitskost\u201c, etwa die irma .. Aus Charlottenburg. Es gab naturreine Obsts\u00e4fte, Marmelade ohne chemische Zus\u00e4tze, Nussmus und leckeren Fleischersatz.<\/p>\n<p>Schwantje kann es nicht lassen zu tadeln, dass zu sehr die gesundheitlichen Vorteile und die Ersparnis durch der vegetarische Ern\u00e4hrung in den Vordergrund gestellt wird und der ethische Aspekt, keine Tiere t\u00f6ten zu m\u00fcssen, viel zu kurz kommt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-9598\" src=\"https:\/\/esperanto.berlin\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/UEA-Jarlibro-1914-XXXVI-.jpg\" alt=\"\" width=\"319\" height=\"215\" \/>Regelm\u00e4\u00dfig kommt der \u201eNaturarzt\u201c Wilhelm Winsch aus Berlin zu Wort, der nicht nur eine Leitfigur der Impfkritiker, sondern auch bei Esperanto aktiv war. Im Sommer bot er, was man heute als \u201eWellness-Urlaub\u201cbezeichnen w\u00fcrde in Henkenhagen an der Ostsee (heute Ustronie-Morskie PL) im Erholungsheim \u201eAnker\u201c an. Daf\u00fcr warb er mit Anzeigen in internationalen Esperanto-Zeitschriften und stellte dort seine Methoden vor. Sein Buch \u00fcber \u201eW\u00e4rmetherapie\u201c erschien auch auf Esperanto und hatte wohlwollende Rezensionen.<\/p>\n<h2 id=\"der-phantast-graf-zeppelin-als\" class=\"western\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-9595 alignright\" src=\"https:\/\/esperanto.berlin\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Zeppelin.png\" alt=\"\" width=\"209\" height=\"141\" \/>Der Phantast Graf Zeppelin als Vorbild f\u00fcr Tiersch\u00fctzer<\/h2>\n<p>Es gibt eine bezeichnende \u00dcbereinstimmung bei der Bewertung des damals sehr popul\u00e4ren Grafen Zeppelin mit seinem Luftschiff, das viele prinzipiell f\u00fcr unm\u00f6glich gehalten hatten. In seinem Beitrag \u201eEsperanto und der Kaufmann\u201c erinnert sich der Berliner Ernst Kliemke daran, dass seine Lehrer das Fliegen \u201eleichter als Luft\u201c als eine unl\u00f6sbare Aufgabe, wie die Quadratur des Kreises bezeichnet h\u00e4tten. Aber der als Narr verspottete habe \u00fcber seine Sp\u00f6tter triumphiert und so werde auch Esperanto, das von vielen als unrealist, isch bezeichnet werde, am Ende den Sieg davon tragen. Die selbe Argumentation benutzt Schwantje im Bezug auf den Tierschutz, der mit vielen Widerst\u00e4nden zu k\u00e4mpfen habe. Der Graf, der seit vielen Jahren Vorsitzender des Tierschutzvereins in W\u00fcrttemberg war, hattel 1913 die Teilnehmer eines Kongresses nach Friedrichshafen zu einem Bankett mit Besichtigung der Luftschiff-Werft eingeladen.<\/p>\n<p>Kliemke und Schwantje kamen sich sp\u00e4ter n\u00e4her, da Schwantje seine Ideen in den \u201eFreyschaften\u201c verwirklicht sah, die sich aufgrund des Buches \u201eF\u00fcrsten ohne Krone\u201c gr\u00fcndeten, das von Kliemke unter dem Pseudonym \u201eHeinrich Nienkamp\u201c ver\u00f6ffentlicht worden war.<\/p>\n<p>Eine 12-seitige Brosch\u00fcre weiteren Hintergrundinformationen und Bildmaterial ist Freitags bei der Esperanto-Gruppe erh\u00e4ltlich.<\/p>\n<h2 id=\"die-erfindung-der-stromline-in\" class=\"western\">Die Erfindung der Stromline in Charlottenburg im M\u00e4rz<\/h2>\n<p>Der n\u00e4chste \u00f6ffentliche Vortrag, zu dem G\u00e4ste willkommen sind, findet am Freitag, den 3. M\u00e4rz 2023 im Haus am Mierendorffplatz um 14 Uhr statt. Thema wird der Automobild-Konstrukteuer Oskar Bergmann aus der Kaiser-Friedrich-Strasse 35 sein. Er gilt als einer der ersten, die ein stromlinienf\u00f6rmige Karosserie vorgeschlagen haben. In seiner Schule, mit internationalem Anspruch, bildete er Konstrukteure aus. Daf\u00fcr warb er in Esperanto-Zeitschriften beim Weltkongress 1913 in Krakau.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-9596\" src=\"https:\/\/esperanto.berlin\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Bergmann-varbado-krakovo.jpg\" alt=\"\" width=\"1079\" height=\"766\" \/><\/p>\n<p>An allen anderen Freitagen darf man gerne lauschen, wie sich Esperanto anh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Weiter Informationen und Kontakt: Roland Schnell, <a href=\"mailto:esperanto@berlin.de\">esperanto@berlin.de<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der 1. Freitag im Monat ist bei der Esperanto-Gruppe im Haus am Mierendorffplatz in Charlottenburg f\u00fcr einen Vortrag in deutscher Sprache reserviert. An den anderen Freitagen wird die internationale Sprache Esperanto gelernt oder durch Reden ge\u00fcbt. Am Freitag, den 3. &hellip; <a href=\"https:\/\/esperanto.berlin\/de\/etikaj-movadoj-schwantje\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[505,520,42,1],"tags":[],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/par8jA-2uK","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/esperanto.berlin\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9594"}],"collection":[{"href":"https:\/\/esperanto.berlin\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/esperanto.berlin\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/esperanto.berlin\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/esperanto.berlin\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9594"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/esperanto.berlin\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9594\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9605,"href":"https:\/\/esperanto.berlin\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9594\/revisions\/9605"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/esperanto.berlin\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9594"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/esperanto.berlin\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9594"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/esperanto.berlin\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9594"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}