Vortrag über ein universalistisches Manifest von 1887

Vortrag: 6. Juni, 14.00-16.00, Centre Marc Bloch, Friedrichstraße 191, 10117 Berlin

Im »Centre Marc Bloch«, einem deutsch-französischen Forschungszentrum für Geistes- und Sozialwissenschaften in Berlin, wird es am 6. Juni 2019 einen Vortrag von Prof. Denis Eckert über das »Gründungsdokument« der internationen Sprache Esperanto geben. Prof. Eckerts Forschungsschwerpunkt ist »Mobilität, Migration und räumliche Neuordnung« und der Fokus liegt auf Osteuropa, seinen Regionalisierungsprozessen, Migrations- und Mobilitätsbewegungen. In dieser Region ist Ludwig Zamenhof, der Begründer des Esperanto, aufgewachsen und hat die Konflikte zwischen den Volksgruppen und Religionen hautnah mitbekommen. Das hat ihn zur Herausgabe einer dünnen Broschüre in 12 Sprachen motiviert, die Prof. Denis Eckert  in seinem Vortrag als  »universalistisches Manifest« interpretiert.

Das »Centre Marc Bloch« ist eine bi-nationale Institution, ein Ort der interdisziplinären Forschung und der Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses.

 6. Juni, 14.00-16.00, Germaine Tillion – Saal – 7. Stock

Centre Marc Bloch, Friedrichstraße 191, 10117 Berlin

direkt am U-Bahnausgang Stadtmitte (U6)

  • Vortrag von Denis Eckert (Centre Marc Bloch, Berlin)
  • Kommentar: Pascal Dubourg-Glatigny (Centre Alexandre Koyré, Paris)
  • Moderation: Nikola Tietze (Wiku, Hamburg /Centre Marc Bloch, Berlin)

Der Veranstalter

Dr. Esperantos „Internationale Sprache“: die zwölf Sprachen eines universalistischen Manifests (1887)

1887 erschien in Warschau das „Erste Buch“ für Esperanto: ein Manifest mit dem nüchternen Titel „Internationale Sprache. Vorrede und vollständiges Lehrbuch“. Im Zentrum des Seminars steht eine vergleichende Untersuchung der verschiedenen und in unterschiedlichen Sprachen (Russisch, Polnisch, Französisch, Deutsch, Hebräisch, Jiddisch, Englisch, Schwedisch, Litauisch, Lettisch…) quasi gleichzeitig erschienen Versionen dieses Manifests. Ziel ist es, das universalistische Projekt des Verfassers, Ludwik Zamenhof, und den Erscheinungskontext des Manifests im „Europa der Grenzen“ am Ende des 19. Jahrhunderts in den Blick zu nehmen. Der Fokus richtet sich insbesondere auf die weniger bekannten Versionen (vor allem die jiddische) und auf die Frage, was jene über Zamenhofers Versuch aussagen, sich an verschiedene „Öffentlichkeiten“ und Nationalitäten in Europa zu wenden, ohne den universalistischen Anspruch des Projekts aus den Augen zu verlieren.


Eine weniger wissenschaftliche, aber sehr amüsante Beschreibung, wie das Werk entstand, wurde 2016 zum Esperanto-Tag (immer der 26. Juli) veröffentlicht.

Es ist auch als Broschüre (A5) erhältlich und der Inhalt kann im Internet  eingesehen werden.

Das Bildmaterial wurde einer 16 seitigen Bildgeschichte von John Hornby (Text) und Colin Andrew (Bilder) entnommen, die unter dem Titel »Ludovic Lazaraus Zamenhof – Inventor of Esperanto« bei Waterlow & Sons Limited, 1959 auf Englisch veröffentlicht wurde.

Das Unternehmen Waterlow & Sons Limited hatte eigentlich Banknoten und Briefmarken produziert. Es wurde 1961 verkauft und 2009 liquidiert. Die folgenden Beispiele wurden vom Esperanto-Centro in Herzberg, der Esperanto-Stadt zur Verfügung gestellt. Vielen Dank an Zsofia Korody.

Über Roland Schnell

Eo ekde 1969, aktiva ekde 1974.
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