Montags am Viktoriapark – April 2024 – Der Europäische Esperanto-Kongress 2024 in Straßburg

Esperanto-Kulturabend im Esperanto-Laden, Katzbachstraße 25 (Kreuzberg), Beiträge und Gespräch in Esperanto – Für Gäste wird resümiert bzw. übersetzt.

Verkehrsverbindungen: U6, Buslinie 248 – Platz der Luftbrücke, Buslinien M43 und 140 – Dudenstraße/Katzbachstraße

8. April 2024, 19.30 Uhr

„Der Europäische Esperanto-Kongress in Straßburg 2024 – Unsere Erwartungen“

Der diesjährige Deutsche Esperanto-Kongress findet im Rahmen des Europäischen Esperanto-Kongresses vom 8. bis 12. Mai 2024 in Straßburg, der aktuellen Welthauptstadt des Buches, statt. Wir werfen einen Blick auf die Vorbereitung und das Programm.

Zum Treffen: Montags am Viktoriapark

 

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Montags am Viktoriapark – März 2024 – Unruhige Zeiten – mit besinnlichem Esperanto

Esperanto-Kulturabend im Esperanto-Laden, Katzbachstraße 25 (Kreuzberg), Beiträge und Gespräch in Esperanto – Für Gäste wird resümiert bzw. übersetzt.

Verkehrsverbindungen: U6, Buslinie 248 – Platz der Luftbrücke, Buslinien M43 und 140 – Dudenstraße/Katzbachstraße

4. März 2024, 19.30 Uhr

„Unruhige Zeiten – mit besinnlichem Esperanto“ – Diskussion mit Philipp Sonntag

Philipp Sonntag hat als Physiker und Politikwissenschaftler zu Kriegsursachen, Kriegsfolgen und Kriegsverhütung geforscht. Er hat sich als Schriftsteller mit der Bedeutung von Zeitzeugen befasst und mit aktuellen Problemen der Gesellschaft aus einem ungewöhnlichen Blickwinkel.

Seine Gedanken zu Problemen der Gegenwart und den Möglichkeiten der Esperanto-Bewegung, zur Lösung beizutragen, sind im ELBB-Blog nachzulesen. Darüber möchte er mit interessierten Esperantisten am 4. März diskutieren.

Web-Seiten von Philipp Sonntag

Zum Treffen: Montags am Viktoriapark

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Alltag neben Krisen

Unruhige Zeiten – mit besinnlichem Esperanto             Feb 2024

Philipp Sonntag  /  https://www.philipp-sonntag.de / ELBB (Esperanto-Liga Berlin-Brandenburg e.V.), Mitglied von Netzwerk Zukunft, und im Arbeitskreis „Berliner Friedenskonferenz“ vom „Haus der Vereinten Nationen, Berlin (AK HVN)

 

Längst taugt Esperanto für alles Mögliche, wie von L. L. Zamenhof angedacht. Es sollte im Alltag der Stadt Byalistok für ein friedliches Miteinander der Nachbarn sorgen – trotz unterschiedlicher Muttersprachen. Auf dieser Basis sollten dort die penetrant unnötigen Streitereien überwunden werden.

Inzwischen sind die Krisen weitaus härter geworden.

Da braucht Esperanto auf jeden Fall  ein „Update“.

Ungewohnt ist der breite Spagat einer breiten Verwendung, vom genüsslichen Alltag bis hin zur ersehnten Krisenbewältigung. Immer geht es um die gesellschaftliche Rolle von Esperanto. Im Selbstverständnis sollte auffallen, dass diese Rolle vor hundert Jahren stärker politisch aktiv war, als derzeit. Eine Fülle von existenziell bedrohlichen Krisen gab es schon beim Aufbau von Esperanto. Wir widmen uns längst mehr dem genüsslichen Alltag, als den Krisen. Das liefert immerhin immer, immer von neuem, anschauliche Beispiele, wie Esperanto als Sprache pragmatisch brauchbar sein kann.

Aber wofür? Es war ja gegründet worden für Veränderungen in der Politik, für Vertrauens-Bildende Maßnahmen (VBM). Dafür soll unter anderem ein Update für ein „festo“ in den nächsten Jahren angedacht werden. Aber zunächst ein Bericht vom „festo“ Ende 2023.

 

Wehmütige Hoffnungen

Gab es Ende 2023 einen Anlass für eine „festliche” Stimmung? Es war eine wie gewohnt sympathische Zusammenkunft von Esperantisten. Es hatte die politischen Herausforderungen literarisch ansatzweise mit dabei. Literarisch war es ein machbarer Spagat zwischen innerer Unruhe und beruhigender Weihnachtsfeier.

Gemäß UEA (Zbigniew Galo / Jukka Pietiläinen: UEA – En Konscio de Esperantistoj; kava- pech (2015) gilt:

                  „Es lassen sich drei Hauptgruppen von Esperantisten unterscheiden:

  1. Menschen, denen ideologische Motive wichtig sind
  2. Menschen, für die die praktische Anwendung von Esperanto wichtig ist
  3. Menschen, die sich hauptsächlich aus Gewohnheit und Hobby für Esperanto interessieren.“

Esperanto war zur Bereinigung von bitteren, jedoch überschaubaren Krisen gegründet worden. Das hatte vor etwa hundert Jahren einen gewissen Erfolg. Wie kann Esperanto derzeit versuchen, irgendeine Rolle im Umgang mit den weltweit enormen Krisen zu übernehmen? Unter anderem fehlt eine gewisse Lockerheit im Selbstverständnis. Daher gelingt es kaum, die Identität von Esperanto angemessen zu modernisieren.

 

Genüsslicher Alltag als Ventil beim Überdruck akuter Krisen

Auf dem „festo“ der ELBB, welches 2023 wie gewohnt Ende des Jahres stattfand, wurde versucht, die akuten Herausforderungen künstlerisch (satirisch und bildhaft) anzusprechen. Dazu zunächst ein kurzer Bericht als lockere Einführung. Da geht es um genüsslichen Alltag vor dem Hintergrund von existenziell bedrohlichen Krisen.

Wir sind gesellschaftspolitisch unsichtbar. Aber wir möchten gesehen und gehört werden. Da konnte auf dem festo sogar ein – rein symbolisches – Reptiliengehirn munter helfen. Es war für Kinder und Esperantisten ein Quietschvergnügen. Es war dieses wunderbare Stoffkrokodil von HABA, siehe www.haba.de

Vielleicht verlangt unser Reptil-Hirn, dass wir unseren Stress erst mal hinaus-schreien:

Eine verträgliche Dosis „krokodili“ (spielerisch auf dem “festo 2023”)

Aber dürfen, ja sogar sollen wir uns danach beruhigen? Wir leben in unruhigen Zeiten: Menschen, sogar Staaten, streiten oft provokant, aussichtslos, bis hin zum Entsetzen. Zu dieser Welt möchten wir Esperantisten seit mehr als hundert Jahren mit einem Zeichen der Hoffnung für eine bessere Debattierkultur beitragen. Leider hatten wir wenig Erfolg und stritten oft heftig miteinander.

Tatsächlich ist unsere Welt in mehrfacher Hinsicht beunruhigend. Es geht um Fressen und/oder gefressen werden. Nervös machen kann uns Esperantisten allein schon „krokodili“, das heißt sobald wir nicht Esperanto sprechen, sondern andere Sprachen. Womöglich besteht die Gefahr gefressen zu werden.

Das illustriert ein Bild vom Fotograf Helmut Newton mit Pina Bausch, sie wird schon fast verschlungen im Maul eines Krokodils, siehe ein geradezu erschreckend wunderbares Bild:

 https://www.falter.at/zeitung/20221011/newton

Und ja, wir leben in unruhigen Zeiten: Menschen, oft sogar Staaten streiten oft provokant, aussichtslos, bis hin zum Schrecken. Wir leben mitten in:

Terror!

Horror,

Unglaublich,

Donnerwetter!!

Mitten in solchen Welten möchten wir Esperantisten seit mehr als hundert Jahren mit einem Zeichen der Hoffnung für eine bessere Debattierkultur beitragen. Leider hatten wir wenig Erfolg und stritten oft heftig miteinander. Die Friedenstaube ist im Stress.

Was machen wir für den Frieden? Da gibt es z. B. die UMEA (Universal Medical Esperanto Association); sie wurde 1908 gegründet, „um Esperanto in medizinischen Kreisen zu verbreiten und anzuwenden.“ Was sagt UMEA zum Krieg in der Ukraine? Siehe hierzu eine Notiz von Dr. Christoph Klawe auf https://esperanto.berlin/paco/umea-ukrainio/ mit seinem Beitrag „Krieg in der Ukraine“:

„Die russische Armee ist in die Ukraine einmarschiert und hat damit einen Krieg        begonnen. Das hat uns alle schockiert und eine lange Zeit des Friedens in Europa beendet. Wie kann man ein echter Esperantist sein, ohne mit allen Kräften und mit voller Überzeugung gegen alle Kriege generell zu sein, wo immer sie auch stattfinden?“

Aber wie kann dies gelingen? Das ist ein Dilemma. Spontane Gewissheit wird es kaum geben.

Ich habe versucht die Fülle der Optionen aufzufächern und detaillierte Anregungen zu geben, – mit meinem Text (zunächst nur auf Deutsch):

https://esperanto.berlin/wp-content/uploads/2023/11/UpdateEspHomaufDeu.pdf

„Herausforderungen für Identität und Entwicklung von Esperanto vor dem Hintergrund aktueller Krisen“.

Wildes Überleben, das gilt für die gesamte Menschheit, nicht nur für uns.

Hingebungsvoll schaltet sich da gerne unser Reptil-Hirn ein. Wir werden wütend, gegen jegliches Reptil-Hirn. Wir würden es gerne auffressen:

Unsere Humanität (Homaranismo) will das Reptil-Hirn weich gekocht

Design Sonny Sonntag

Das gilt für die gesamte Menschheit, nicht nur für uns. Was hilft? Hierfür ein Aphorismus und ein Gedicht:

„Wir sind eine Gesellschaft der einander Überfordernden!“

Genau das bewirkt nämlich bei jedem Menschen dessen Reptiliengehirn, welches genetisch 500 Millionen Jahre alt ist. So geschieht es bei jedem Menschen, Aufgaben müssen erledigt werden. Zugleich geht es auch darum, den bitter empfundenen Stress zu lindern. Vielleicht so:

Ich möchte mich gehen lassen

wie ein Hefeteig,

auf warmem Kachelofen,

aus üppiger Schüssel

mollig

hinunter quellen —

Ich möchte mich verströmen,

mir einfach so, übermütig, nur für mich selbst,

Anti-Dingsda-Spray, Lippenstift, Zahncreme

alles in die Haare schmieren,

alles stylen

wie ein Friseur,

mit Gartenschere

zurecht schnipseln,

meine ganz eigene

Wellness zelebrieren.

Jedes Reptil-Hirn fühlt sich unbefangen wohl, einfach so

Design Sonny Sonntag

Hauptsache, wir Menschen fühlen uns viel wohler und zivilisierter als Krokodile. Die Krisen der Welt beruhen vielfach auf unzivilisierter Sprache. Das gilt nicht nur für Krokodile, und nicht nur für „krokodili“. Auch wir selbst versuchen, möglichst wenig zu streiten. Wir ermahnen uns mit der Vermeidung von krokodili. Ein feines gemeinsames Essen kann vom Reptil-hirn ablenken.

Keinerlei Krisenstimmung

Bild Sabine Kaemmel

 

Zukunftsfähiges Esperanto

Heute stehen Krisen längst im globalen Kontext. Es gibt kaum noch „einfach überschaubare“ Krisen. Jedes Beispiel ist „irgendwie“ speziell. Fast jeder Mensch global ist alarmiert, wie kaum zuvor.

Einige Erfahrungen können wir als Esperantisten vorweisen und einbringen. Hierzu nenne ich vier akute Themen, zu denen ich Ansätze vor-strukturiert habe.

Es begann – aus heutiger Sicht geradezu treuherzig-harmlos – in Byalistok. Es geht geradezu grotesk weiter mit dem in ganz Polen „ver-fassungslosen“ Streit über den Umgang mit Medien – und mit der europaweit verstörenden Rolle von Polen, bei grenznahem Krieg.

Was können wir tun? Wie hat Dirigent Barenboim aus einem „Chor globaler Schreihälse“ eine kleine künstlerische Musikgruppe mit feinen Instrumenten gezaubert? Ihn zeichnet eben jene Hoffnung auf friedliche Gestaltung aus, die für Esperantisten fundamental sein sollte.

Für die globalen Krisen gibt es Optionen. Ich greife vier vernetzte heraus:

Zusammenbruch und Wiederaufbau von Gesellschaften. Ein akutes Thema, das zeigt die Hektik bei der Modernisierung von Katastrophen- und Zivilschutz. Es können sich enorme Folgeschäden von staatlichen Versäumnissen herausstellen. Die Verunsicherung der bedrohten Gesellschaften ist auch ein Aspekt in den folgenden drei Themen-Bereichen.

  1. Es gibt Meinungsfreiheit, Meinungsverwirrung und Meinungsgewalt. Global sind VBM (Vertrauensbildende Maßnahmen, als Schlüssel zu nachhaltigem Frieden) auf einem Tiefpunkt. Das gilt keineswegs nur für Gebiete wie Nahost, Taiwan – und ähnlich bei der Meinungsvielfalt innerhalb Deutschlands. Die aktuell beachtete Erinnerungskultur zeigt, Gewaltbereite bis hin zu Terroristen werden geradezu „gezüchtet“. Homaranismo bezeichnet die Kernpunkte von Barbarei. Esperanto könnte sich als ein neutrales Podium für VBM bewähren – ähnlich wie die Pugwash-Konferenzen für die politische Kontrolle von Atomwaffen.
  2. mit KI und KE. Experten streiten, wie KI sich entwickeln könnte. Sei es nun hilfreich und/oder risikoreich Die Optionen stark verändern würde eine weitere Entwicklung, nämlich eine KE (künstliche Emotion). Das ist ein nächster, zu erwartender Schritt. Akute Regelungen der EU sind teils instinktive Kompromisse. Solche sind nach wie vor ohne effizienzbasierte Belege, und ohne mehr als marginale Ideen zu KE.  Software für KI und KE sind beide selbst Anwendungen von Plansprachen. Kann Esperanto ein Beispiel dafür sein, wieviel Diplomatie und Fingerspitzengefühl es braucht, um KI und KE „menschlich“ zu entwickeln – und was heißt das?
  3. Vor und nach einer Geburt: Wünsche und Schicksale von Kindern und Eltern. Die Erinnerungskultur offenbart bittere Leiden, die – durchaus konkret, aber doch sehr schwer – vermeidbar wären. Zum Beispiel könnte womöglich eine konsequent globale Ein-Kind-Politik sogar die Entwicklung zu etlichen der bekannten ökologischen Kipppunkte umkehren. Dem steht jedoch der global natürliche und starke Kinderwunsch diametral entgegen. Homaranismo entlarvt Barbarei. Er ist ein Werkzeug, um Optionen abzuwägen.

Vielleicht sollten Gruppen von Esperanto (wie (UEA, DEB, ELBB usw.) für eine zielführende Veränderung rundum unabhängig von allen Machtstrukturen sein, oder mutig, wie Whistleblower. L. L. Zamenhof begann politisch. Wir sind gesellschaftlich nahezu unsichtbar. Wir sind „Abwertende“ und „Zuschauer“; wir sollten erkennen, dass dies, was Verantwortung betrifft, zwei peinliche Schimpfworte sind. Für uns geht es erst mal darum, die eigene Identität zu finden. Dann gilt es, sie in Bezug auf Verantwortung bei akuten Krisen zu präzisieren. Dann können wir unser menschenfreundliches Potenzial sichtbar werden lassen – und vielleicht sogar gesellschaftspolitisch wirksam gestalten.

Philipp Sonntag

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Metzger 13. März Augsburg

Es macht Sinn, daß am 13. März 2024 eine Gedenkveranstaltung am 80. Jahrestag seines Todes am 17. April 1944 in Augsburg stattfindet. Hier hat er auf dem Friedhof von Meitingen am 27. April 1968 seine letzte Ruhestätte gefunden.

Vor dem Christkönigs-Institut, St.-Wolfgang-Str. 14 |gibt es einen Stolperstein und vor dem Dom in Augsburg gibt es eine Stele.

Im Christkönigs-Institut hatte er nach Graz und vor Berlin in den 1930er Jahren gelebt.

Im  Haus Sankt Ulrich, Augsburg findet 2024 eine Abendveranstaltung mit musikalischer Rahmung statt. 13.03.2024 18:00 bis 21:30

GLAUBENSZEUGE, FRIEDENSAKTIVIST, NS-OPFER

Zu Ehren von Bruder Paulus – P. Max Josef Metzger zum 80. Jahrestag seines Martyriums

Dazu schreibt das Bistum Augsburg als Veranstalter:

Ein Frieden, der Dauer haben muss

Der katholische Priester und Märtyrer Dr. Max Josef Metzger (1887-1944) gilt als Visionär, der sich entschieden für Völkerfrieden und Ökumene eingesetzt hat. Wenn er in seiner Zeit, die durch die beiden Weltkriege verheert war, unermüdlich und konsequent um eine Welt ohne Krieg, religiösen Streit, Alkohol-, Fleisch- und Zigarettenkonsum rang, wirken seine Vorschläge zeitgenössisch.

Mit Papst Franziskus vereint P. Max Josef die Ablehnung des Kriegs als Verbrechen gegen die Menschheit einerseits und die Überzeugung andererseits, dass eine humane Welt nur durch den Einsatz aller für den Frieden entstehen kann: „Wo solche geistige Not ist wie heute“, schrieb er 1921, „da ist jeder Christ von Gott gerufen, mitzuarbeiten, da darf er nicht ruhig bleiben, sondern muss zugreifen“. Angetrieben von seinem Glauben gründete der Freiburger Priester Werke und Initiativen wie das Christkönigsinstitut, das seit 1928 in Meitingen bei Augsburg besteht, in dem er den Namen Bruder Paulus annahm. Sein unbeugsamer Einsatz führte zu einem Schauprozess und zum Tod auf dem Schafott am 17. April 1944.

Dr. Christoph Schmider, der im Erzbistum Freiburg Mitglied der historischen Kommission im Rahmen des Seligsprechungsverfahrens war, berichtet über das Leben und Wirken Br. Paulus.

Dr. Peter Brause, Richter am BGH a.D. hat erstmals für seinen Vortrag an diesem Abend eine umfassende juristische Aufarbeitung des Todesurteils des Volksgerichtshofs 1944 und insbesondere des Nachwirkens dieses Prozesses in der bundesdeutschen Nachkriegsjustiz unternommen: „Das Leid und der Tod des hingerichteten Paters hatten also größte Auswirkungen auf die bundesdeutsche Nachkriegsjustiz. Deren Wirken erschüttert und beschämt noch heute.“ Eingeführt und moderiert wird Dr. Brauses Vortrag von Prof. Dr. Christoph Becker.

Dr. Ludwig Rendle beschließt den Abend mit der aktuellen Perspektive auf die Friedensarbeit P. Metzgers, über die er seine Promotion erarbeitet hat


Die Eintritt ist frei und die Veranstaltung kann bei Voranmeldung auch online verfolgt werden.

 

 

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Perlen der Esperanto-Erzählkunst aus Berlin

Zum 61. Geburtstag von Lena Karpunina

Lena hat heute ihren festen Platz in der Geschichte der originalen Esperanto-Literatur.*

Lena Karpunina voĉlegas el sia libro en Kafejo mittendrin la 19-an de februaro 2001Foto: Fritz Wollenberg

Lena Karpunina liest im Café mittendrin aus ihrem Buch am 19. Februar 2001, Foto: Fritz Wollenberg

Ihr Geburtstag am 17. Februar ist ein guter Anlass, wieder einmal eine ihrer Erzählungen zu lesen. Für den Lena-Karpunina-Abend in der Reihe Montags am Viktoriapark wählte ich zwei Erzählungen aus: La mortorciklo (Das Motorrad) und  Mortpafitaj pomoj (Totgeschossene Äpfel). Beide Erzählungen sind in ihrem Buch La bato (Der Schlag) nachzulesen und geben einen tiefen Einblick in das Leben der Autorin.

Als sie 16 war, kaufte der Vater ihr ein Motorrad. Gewünscht hatte sie es sich nicht. Ihre erste Fahrt war ein Desaster. Beim Lesen biegt man sich vor Lachen, ist aber auch voller Mitleid und Betroffenheit. Ein Wechselbad der Gefühle! Die Schilderung einer Motorrad-Tour zu dem zauberhaften Gebirgssee Iskanderkul enthält wieder viel Situationskomik, ist aber auch eine Liebeserklärung der Autorin an ihre Heimat, das in einem Tal gelegene und malerisch von Bergen umgebene Duschanbe.

Schon im Alter von 3 Jahren zog sie mit den Eltern aus der russischen Region Kaluga in die Hauptstadt Tadschikistans. Hier wuchs sie auf, absolvierte das Tadschikische Staatliche Polytechnische Institut und arbeitete dann als Ingenieurin in der Autoindustrie.

1988 lernte sie Esperanto, besuchte die Zeltlager der Sowjetischen Esperanto-Jugendbewegung (SEJM) und andere Esperanto-Veranstaltungen. Schließlich unterrichtete sie selbst die Sprache.

Obwohl die Erzählung Mortpafitaj pomoj im Gegensatz zur ersten Erzählung nicht in der Ich-Form geschrieben ist, lässt der Inhalt auf Autobiografisches schließen. Lena schildert, wie eine Frau nach Jahren der Abwesenheit, Verwandte in Duschanbe besucht und nach Spuren des Bürgerkriegs (1992-1997) sucht. Lena selbst hatte  sich 1992 entschlossen, in Deutschland zu bleiben. Sie heiratete in Berlin den Esperantisten Gerd Bussing und unternahm Vortragsreisen, bei denen sie Tadschikistan vorstellte.

In Duschanbe erlebt die Protagonistin ihrer Erzählung nun ein scheinbar normales Leben, als hätte es den Krieg nicht gegeben, bis schließlich Onkel Alexej das Schweigen bricht und erzählt, wie die 16-jährige Tochter eines Kollegen mit ihren Freundinnen auf dem Markt Äpfel kaufte und ausgelassen scherzend mit den Äpfeln im Arm eine Straße überquerte, wo ein Bus plötzlich hielt und Uniformierte sie niederschossen. Es war wohl wegen der Kleidung der Mädchen, die verriet, dass sie aus dem Pamir kamen,

Lena wurde durch den Besuch einer Lesung aus Werken von Preisträgern der Belartaj Konkursoj (Wettstreit der Schönen Künste) während des Esperanto-Weltkongresses 1996 in Prag angeregt, selbst Erzählungen zu verfassen, von denen 18 bei den Belartaj Konkursoj mit Preisen oder ehrenden Erwähnungen bedacht wurden.

Ihre Werke erschienen in Esperanto-Zeitschriften und gesammelt in zwei Büchern 2001 und 2007 (La bato und Neokazinta amo). Sie unternahm Autorenreisen nach Großbritannien und Frankreich und zum Schriftstellertreffen nach Kroatien. Dabei las sie nicht nur aus ihren Werken. Sie sang auch und spielte Gitarre dazu. Seit 2001 war sie Mitglied der Esperantlingva Verkista Asocio (Verband der Esperantosprachigen Schriftsteller) ekde 2008 Akademio Literatura de Esperanto (Literarische Esperanto-Akademie). Mit Marjorie Boulton war sie freundschaftlich verbunden. Mit Spomenka Štimec kam sie ins Gespräch. 2010 wurde sie wegen ihrer literarischen Leistungen in die Esperanto-Akademie gewählt.

Lena war ein aktives Mitglied der Esperanto-Liga Berlin. Ihr früher Tod 2013 war ein herber Verlust für die Liga. Henryk Wenzel hat 2017 einen lesenswerten Essay über sie im Jubiläumsbuch des Esperanto-Verbands Berlin-Brandenburg veröffentlicht.**

*Carlo Minnaja kaj Giorgio Silfer: Historio de la Esperanta Literaturo. Kooperativo de Literatura Foiro, La Chaux-de-Fonds 2015 (Geschichte der Esperanto-Litaratur), S. 526–527.

*Josip Pleadin: Leksikono de verda plumo. Leksikono pri Esperantlingvaj verkistoj. Grafokom kunlabore kun Esperantlingva Verkista Asocio, Durdevac 2006, (Lexikon esperantosprachiger Schriftsteller), S. 121–122.

**Henryk Wenzel: Memore al Lena Karpunina (1963–2013). En Fritz Wollenberg (Red.): Esperanto. Lingvo kaj kulturo en Berlino kaj Brandenburgio 111 jaroj, Jubilea Libro 1903-2014, Esperanto-Asocio Berlino-Brandenburgio (Hrsg.), Mondial, Novjorko – Berlino 2017 (Kontribuoj en la germana kaj en Esperanto), ISBN 978-1-59569-340-2.

Fritz Wollenberg

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Montags am Viktoriapark – Februar 2024 – Lena-Karpunina-Abend

Esperanto-Kulturabend im Esperanto-Laden, Katzbachstraße 25 (Kreuzberg), Beiträge und Gespräch in Esperanto – Für Gäste wird resümiert bzw. übersetzt.

Verkehrsverbindungen: U6, Buslinie 248 – Platz der Luftbrücke, Buslinien M43 und 140 – Dudenstraße/Katzbachstraße

5. Februar 2024, 19.30 Uhr

„Lena-Karpunina-Abend“

Die Berliner Esperanto-Schriftstellerin Lena Karpunina (1963-2013) hätte am 17. Februar ihren 61. Geburtstag feiern können. Aus diesem Anlass blicken wir auf ihr Leben und Werk und lesen aus ihren Erzählungen.

Zum Treffen: Montags am Viktoriapark

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2024 fängt gut an

Das erste Treffen im Haus am Mierendorffplatz (Fr. 5. Januar 2024) weckt Hoffnungen. Einige Teilnehmer vom JES in Storkow waren in Berlin geblieben und drei (1 GB, 2 FR) fanden den Weg zum regelmäßigen Treffen der Esperantisten in Berlin.

Insgesamt war eine Handvoll Teilnehmer vom JES in Berlin geblieben und hat sich in einer Telegram -Gruppe über ihre Pläne ausgetauscht.

Einige haben auch einen Schlafplatz bei anderen Esperantisten bekommen. Namen und Adressen sind bei Telegramm nur zu ermitteln, wenn sie jemand ausdrücklich angibt. Aber wer will, kann sich im Tagebuch der Gruppe verewigen.

Roland Schnell

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Zamenhof gibt den Stab weiter

Der 15. Dezember ist der Geburtstag von Zamenhof. In den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurde vorgeschlagen, diesen Tag festlich zu begehen, aber es sollte gleichzeitig der “Tag des Esperanto-Buches” sein. Beim Zamenhoffest in Berlin am 2. Dezember wurde von einem unbekannten Spender ein Vorrat an Taschenkalendern deponiert, die in Frankreich produziert wurden.

Ein sportlicher, aber betagter Zamenhof gibt darin den Staffelstab (unua libro) an die wesentlich fittere junge Generation weiter. Ein schönes, symbolhaftes Bild, das ein nettes Gimmick ziert, mit dem man bei Sprachinteressierten punkten kann. Der Text ist auf französisch und macht mit einigen Grundlagen der Esperanto-Grammatik vertraut. Das Kalendarium ist aber für jeden nutzbar, er sich die Wochentage und Monatsnamen auf Esperanto einprägen will.

Alles in allem eine nette Idee, die wenig kostet und eine prima Alternative in der digitalen Welt darstellt.

Als Urheber ist die Organisation “Espéranto-France 4bis, rue de la Cerisaie – 75004 Paris – Tél. 01 42 786 886″ angegben: https://esperanto-france.org/contact.

Dort kann man sicher gegen Rückporto noch einzelne Exemplare anfordern, wenn man in Berlin nicht zum Zug kommen sollte.

So sieht die Kurzgrammatik aus, von der man vielleicht für 2025 eine deutsche Version anfertigen könnte

Quelle: https://esperanto-france.org/calendriers

 

 

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Bericht Zamenhoffest 2024

Das traditionelle “Zamenhoffest” fand am 2. Dezember wie gewoht in der “Kiezspinne” statt. Ein Bericht von Ronald Schindler ins in der Esperanto-Version dieses Beitrags.

Demnach waren es etwa 40 Teilnehmer, darunter Gäste aus benachbarten Städten (Halle, Magdeburg) und eine Gruppe aus Szczecin mit einem Beitrag über die Nobelpreisträgerin  Wisława Szymborska, (auch auf Esperanto verfügbar).

Musik: Stefo (Stephan Schneider) – sein YouTube-Kanal mit Beispielen.

Fritz Wollenberg stellte den neuen Stadtführer („Vom Alexanderplatz zum Marx-Engels-Forum”)  vor,

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Montags am Viktoriapark – Januar 2024 – Elemente des Brasilianischen Karnevals

Esperanto-Kulturabend im Esperanto-Laden, Katzbachstraße 25 (Kreuzberg), Beiträge und Gespräch in Esperanto – Für Gäste wird resümiert bzw. übersetzt.

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8. Januar 2024, 19.30 Uhr

„Elemente des Brasilianischen Karnevals“

Auch das Jahr 2024 beginnen wir mir einem Vortrag des brasilianischen Archäologen und Sprachwissenschaftlers Roberto da Silva Ribeiro, diesmal zum Thema: Elemente des Brsilianischen Karnevals.

Zum Treffen: Montags am Viktoriapark

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