„10 Jahre Zamenhofpark“ – Ein Jubiläum mit Esperanto-Kultur in Berlin Lichtenberg

Am 9. August 2019 feiert die Esperanto-Liga Berlin mit mehreren Kulturveranstaltungen das 10-jährige Bestehen des Zamenhofparks.

2009 weihte die damalige Bezirksbürgermeisterin Christina Emmrich gemeinsam mit dem Botschaftsrat Piotr Golema (Polnische Botschaft) den zwischen Rosenfelder Straße, Einbecker Straße und Marie-Curie-Allee gelegenen Zamenhofpark ein. Anlass war der 150. Geburtstag von Ludwig Zamenhof, dem Gründer der Esperanto-Sprache.

Am 9. August eröffnet um 15 Uhr im Ratssaal des Rathauses Lichtenberg die Ausstellung „10 Jahre Zamenhofpark – Esperanto-Kultur in Berlin-Lichtenberg“. Entstanden ist sie in Kooperation mit dem Museum Lichtenberg. Hier können Besucherinnen und Besucher die interessante Geschichte dieses Lichtenberger Parks unter anderem anhand von historischen Fotos aus dem  Museum und Plänen zur gärtnerischen Gestaltung des Areals aus dem Straßen- und Grünflächenamt nachvollziehen. Außerdem erfahren sie, wie Esperanto-Kultur zu verschiedenen Zeiten in Lichtenberg gepflegt wurde und heute noch gepflegt wird.

Bezirksbürgermeister Michael Grunst wird im Zamenhofpark  gegen 19.00 Uhr einen Schaukasten enthüllen, an dem Bürgerinnen und Bürger künftig mehr über den Park, Ludwig Zamenhof und die von ihm begründete Sprache Esperanto erfahren können.

Eingeladen sind auch die Botschaft der Republik Polen sowie das Polnische Kulturinstitut in Berlin. Polen hat eine besondere Beziehung zu Esperanto, da die Sprache dort als Träger der Esperanto-Kultur zum immateriellen Kulturerbe gehört.

Um 16 Uhr startet ein thematischer Kiezspaziergang, bei dem Stadtführer Fritz Wollenberg auf Deutsch und Esperanto Orte der Esperanto-Kultur in Lichtenberg beleuchtet. Start ist vor dem Rathaus Lichtenberg, Ziel ist natürlich der Zamenhofpark.

Ab 19 Uhr können Besucher im Zamenhofpark Musik und Literatur in Esperanto erleben. Unter anderem wird der in der Esperanto-Szene bekannte polnische Sänger Jerzy Handzlik seine berührende musikalische Hommage an Ludwig Zamenhof „Mi volas danki vin, sinjoro Ludoviko“ (Ich will Ihnen danken, Herr Ludwig) vortragen. Der Auftritt der Musikgruppe QUERBEET erinnert anschließend an den jüdischen Hintergrund des Esperanto-Erfinders. Für eine Übersetzung bzw. Erklärung der Texte auf Deutsch ist ebenso gesorgt wie für Snacks und nichtalkoholische Getränke zu kleinen Preisen. Zudem besteht die Gelegenheit, sich in Esperanto und Deutsch, vielleicht auch in anderen Sprachen zu unterhalten. Denn erwartet werden Esperanto-Freunde und -Freundinnen aus dem polnischen Bialystok und aus dem niederländischen Leeuwarden, in dem es auch einen Zamenhofpark gibt.

Die musikalisch-literarische Veranstaltung und die Aufstellung des Schaukastens finden statt in Kooperation mit der Stadtteilkoordination Lichtenberg Mitte und werden finanziert durch den Kiezfonds Neu-Lichtenberg.

 

 

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7. Sommerfest auf dem Esperantoplatz – 28. August 2019

Unter dem Motto „Klimaschutz spricht viele Sprachen, auch Esperanto“ wird das diesjährige Sommerfest auf dem Esperantoplatz am 28. August 2019 von 15.00 Uhr bis 18.00 Uhr erneut Leute aus dem Kiez und Esperanto-Sprechende von weiter her anziehen.

Vereine und Institutionen, denen der Esperantoplatz wichtig ist, haben sich wie auch beim Fest im vergangenen Jahr zusammengefunden, um den Platz zu verschönern, aufzuwerten und als Ort der Begegnung zu beleben.

In diesem Jahr prägt Yopic e.V. mit seinem Projekt „Be Inspired“ zum nachhaltigen Klimaschutz das Fest. Einige der beliebten Workshops sind auch auf dem Fest zu erleben – „Kosmetik und Reinigungsmittel selbst gemacht“ heißt es zum Beispiel am Stand. Wer an Workshops und Projekten von yopic e.V. teilgenommen hat, ist eingeladen, auf dem Esperantoplatz den erfolgreichen Abschluss zu feiern.

Gemeinsam mit dem Interkulturellen Theaterzentrum (itz) werden Impro-Theater und Percussion geboten.

Die AG Urban entwickelt eine neue Installation für den Esperantoplatz, die den Platz, die Sprache Esperanto und den Klimaschutz hier vorstellt. Sie soll an die Stelle des durch Vandalismus demolierten Schaukastens treten.

Auch in diesem Jahr wird es ein Programm geben, dessen Bühne der große Esperanto-Stern im Straßenpflaster mitten auf dem Platz ist.

Jonny M. wird mit seiner Reggae-Musik für Stimmung sorgen, hat mit seinen Liedern in Esperanto aber auch zum Thema des Festes viel zu sagen.

Auch die Band „QUERBEET (KLEZMER & MEHR) ist wieder dabei, und bei der Aktion „Rede Klartext unter der Zamenhof-Eiche“ kann jeder traditionsgemäß seine Gedanken und Ideen zum Platz und zum Kiez äußern.

A-Z Hilfen Berlin wird mit Besucherinnen und Besuchern Buttons herstellen und Kaffee, Kuchen und nicht alkoholische Geränke anbieten. Hier wird aus richtigen Tassen getrunken. Wegwerfartikel und Plaste verwenden wir nicht.

Während des Festes ist die Kirche St Richard von 16.00 bis 17.00 Uhr geöffnet, so dass Interessierte die kulturell und künstlerisch interessante Innenausstattung erkunden und ins Gespräch kommen können.

Der Bolzplatz gegenüber dem Esperantoplatz wird durch den AWO-Jugendclub „Die Scheune“ bespielt, so dass alle Generationen etwas vom Fest haben. Kinder werden auch am Schminkstand des itz ihre Freude haben.

Die Esperanto-Liga Berlin wird unter anderem eine Ausstellung zur Esperanto-Kultur zeigen.

Kiez & Natur hält alles bereit, damit während des Festes auf dem Esperantoplatz gegärtnert werden kann und lädt eine Woche vor dem Fest am 20. August um 10.00 Uhr schon dazu ein, den Platz zu pflegen und die Bänke neu zu streichen.

Finanziert wird das Fest unter anderem aus dem Aktionsfond des Quartiersmanagements Richardplatz Süd im Rahmen des Programms Soziale Stadt und durch die Vereine YOPIC e.V. und Kiez & Natur.

Fritz Wollenberg

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Besuch im Herrenhaus

Am 26. Juni 2019 hatte mich der Besucherdienst des Deutschen Bundesrats eingeladen, die Räume, in denen Max Josef Metzger vor genau 100 Jahren am 8. Deutschen Pazifistenkongress vom 13. bis 15. Juni teilgenommen hat, zu besichtigen.

Das imposante Gebäude in der Leipziger Strass 3-4 (genüber der Mall of Berlin) wirkt nicht besonders einladen, ist aber für Besucher offen und immer Freitags kann man auf der Tribüne die Sitzungen des Bundesrats verfolgen (auch im Lifestream).

Frau Lorenz erläuterte in ihrer Führung die wechselhafte Geschichte des Hauses, das bis 1918 als „Preussisches Herrenhaus“ diente. Es war 1898 auf den Grundstücken Leipziger Strasse 3 (mit einem Mitte des 18. Jahrhundert erbauten Palais, das als Seidenmanufaktur und Porzellanfabrik (KPM) genutzt wurde) und  Leipziger Strasse 4 (repräsentatives Wohngebäude der Familie Mendelssohn Bartholdy) errichtet worden. Mit einem Gang war es mit dem preussischen Landtag (heute Abgeordnetenhaus von Berlin) verbunden.

Nach dem Ende des Kaiserreichs wurde es der Schulverwaltung übergeben und für eine Vielzahl von öffentlichen Veranstaltungen benutzt. Es wurden Hinweise auf über 1.000 solcher Veranstaltungen gefunden.

Propagando für Esperanto

Neben dem erwähnten Pazifistenkongress 1919 mit namhaften Esperantisten unter den Teilnehmern fand 1925 auch eine Propagandaveranstaltung der Esperanto Gruppen von Berlin statt, an der im Plenarsaal 500 Teilnehmer aus dem öffentlichen Leben, aus Ministerien, von der Stadtverwaltung und von der Presse gezählt wurden. Darüber gibt es einen ausführlichen Bericht in der Zeitschrift „Heroldo de Esperanto“ von 14. Januar 1925 und ein Foto im „Germana Esperantisto“ Nr. 2 auf Seite 38 mit allen namhaften Esperantisten um das Rednerpult gruppiert.

Diese Periode endete 1933, als das Gebäude als „Preußenhaus“ dem Reichsluftfahrtministerium angegliedert wurde, das auf dem angrenzenden Grundstück errichtet worden war (heute Sitz des Bundesministeriums der Finanzen). Während des Krieges wurde der Plenarsaal zerstört und nach 1946 wurden Teile des Gebäudes von der Akademie der Wissenschaften der DDR genutzt. Seit dem 29. September 2000 ist es Sitz des deutschen Bundesrates, der hier bis zu zwölf Mal jährlich tagt. Dafür wurden die alte Bausubstanz im Eingangsbereich und die Wandelhalle behutsam restauriert, aber der grosse Saal wurde völlig neu und modern gestaltet.

In der Wandelhalle ist noch der orginale Fussboden erhalten über den Max Josef Metzger 1919 und alle die namhaften Esperantisten 1925 geschritten sein mögen.

Namentlich erwähnt werden Dr. Kliemke, Telegrafendirektor Behrendt, Dr. Glück, Dr. Liebeck als Redner und als Ehrengäste Prof Dietterle aus Leipzig und Dr. Arnhold, aus Dresden, sowie Herr Blankenheim als Vertreter von UEA.

 

 

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Lietzensee 2. Hälfte 2019

Programm Herbst 2019

Esperantogruppe Lietzensee und »Rondo musikale«

Seniorenwohnheim Trautenaustr. 6, 10717 Berlin, Kontakt: Hans Moser, 030 – 8621411

Esperanto Chor
Di. 17. September, 14:00 – 16:00 Di. 17. September

11:00 Kaffee

11:30 Herbst und Heideliede

Mi 25. September, 14:00 – 16:00
Di. 8. Oktober, 14:00 – 16:00

Di. 23. Oktober, 14:00 – 16:00

Di. 8. Oktober

11:00 Kaffee

11:30 Alpenlieder

Mi. 6. November

14:00 – 18:00 Feier zum 40-jährigen Bestehen der Gruppe

Di. 19. November

14:00 – 16:00 Rückblick auf das Jubiläum

Di. 19. November

11:00 Kaffee

11:30 Weinlieder von Rhein, Mosel und Donau

Mi. 4. Dezember

Gemeinsame Adventsfeier beider Gruppen mit Familienmitgliedern

12:00 Mittagessen beim Griechen oder Inder

13:30 – 16:00 Kaffeetafel, Singen, Gedichte

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Stadtteilfest mit Info-Stand zum Jubiläum 10 Jahre Zamenhofpark

Das Stadtteilfest „Wir im Kiez“ auf dem Münsterlandplatz zog am 15. Juni viele Besucherinnen und Besucher an, vor allem Familien mit Kindern. Eine familienfreundliche Gestaltung mit dem passenden Bühnenprogramm sorgte für gute Stimmung und eine angenehme Atmosphäre beim Fest.

Am Esperanto-Stand informierten sich viele über die Veranstaltungen zum Jubiläum 10 Jahre Zamenhofpark und nahmen gleich die Flyer für die 3 Jubiläumsveranstaltungen mit.

Dass im Park ein Schaukasten mit Informationsplakat über die Geschichte des Parks und seine Nutzung, über Ludwig Zamenhof und die von ihm initiierte internationale Sprache Esperanto sowie über den Zamenhofpark in Leeuwarden (Niederlande) und den Esperantoplatz in Berlin-Neukölln installiert wird, wurde allgemein begrüßt. Am Stand schaute man sich den Entwurf der Informationstafel an und ließ ihn sich gern erläutern. Der Entwurf fand Zustimmung sowohl bei den Leuten im Kiez als auch bei den Esperanto-Sprechenden, die aus anderen Berliner Bezirken nach Lichtenberg gekommen waren.

Natürlich wurden auch Fragen zur Sprache Esperanto beantwortet, zu seiner Verbreitung und seiner Kultur und zu den Möglichkeiten, es zu erlernen und anzuwenden. An einer Schautafel ließ man sich den Aufbau der Sprache erklären, blätterte im Lehrbuch, im Wörterbuch, in Zeitschriften und nahm sich Info-Material der Deutschen Esperanto-Jugend oder des Deutschen Esperanto-Bundes mit.

Der Esperanto-Stand war  einer von 26 Ständen. Wir nutzten die Gelegenheit, um beim Fest mit Vereinen, Initiativen und Parteien ins Gespräch zu kommen und uns gegenseitig zu informieren.

Stadtteilkoordinatorin Sabrina Herrmann erklärt ihre zustimmende Meinung zum Schaukastenplakat für den Zamenhofpark

Unser Dank gilt vor allem der Stadtteilkoordination Lichtenberg Mitte, die das Fest ermöglicht hat.

Text und Fotos: Fritz Wollenberg

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Festival mit Esperanto-Dorf

Legendäres polnisches Festival 2019 wieder mit Esperanto-Dorf

Zum 25. Mal findet bei Kostrzyn (Küstrin) ein Rockfestival statt. Anfangs hiess es »Haltestelle Woodstock«, aber wegen eines Streits um die Namensrechte heisst es nun »Pol’and’Rock Festival«

2019 findet es von Donnerstag, dem 1. August bis Samstag, dem 3. August statt. Das Festivalgelände liegt nördlich der Stadt Kostrzyn nad Odrą und ist autofrei! Der Bahnhof Kostrzyn ist mit der RB26 neuerdings ab Ostkreuz stündlich in 90 Minuten zu erreichen. Von da sind es ca. 2 km zu Fuß die Strasse »Sportova« entlang nach Norden.

Wie schon in früheren Jahren, wird es ein »Esperanto-Dorf« geben, das von polnischen Esperantisten organisiert wird. Es gibt dazu eine Beschreibung auf Esperanto, mit Fotos aus früheren Jahren (2017, 2016).

Das ist nicht die Werteschlange zum Esperanto-Kurs

Die polnischen Esperantisten haben auf ihrer Website eine Unmenge Fotos, die das Leben im Esperanto-Dorf zeigen. Man sieht, dass es ein gewisses Interesse am Einführungskurs für Esperanto gibt. Stano Marĉek hat sechsmal täglich unterrichtet.

Zu 2017 heisst es, dass das 20-köpfige Arbeitsgruppe von Morgens bis in den Abend unermüdlich für die Verbreitung von Esperanto gearbeitet hätte. Leider mussten sie feststellen, dass junge Polen mit dem Begriff »Esperanto« nichts anzufangen wissen.

Leider ist es den polnischen Organsatoren nicht bewusst, dass das Festival unmittelbar an der Grenze zu Deutschland stattfindet und halten sich mit Informationen sehr zurück.

Nun kam ein Spendenaufruf, der als Pressemitteilung 805 des Esperanto-Weltbundes UEA verbreitet wurde. Es sollten 2.000 € für die Miete eines Zeltes und dessen Ausstattung zusammengebracht werden. Davon hat UEA bereits 500 € und das Centro de Interkultura Edukado Nowy Sącz  770 € übernommen.

Eine der Haupttriebkäfte der Aktion ist Halina Komar aus Nowy Sącz, die sich in einem Video auf Esperanto an die Öffentlichkeit wendet:

 

 

 

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Senioren machen Sommerpause

Am Mittwoch, den 12. Juni 2017 findet die letzte Zusammenkunft der Esperanto-Gruppe und des Chors Rondo musikale statt.

Die Treffen des Chors fanden jeweils Dienstags von 11 bis 12:15 statt, die Esperanto-Gruppe traf sich Dienstags und Mittwochs jeweils von 14:00 bis 16:00 Uhr. Mittwochs beginnt es mit einer Kaffetafel.

Gerd Bussing hat dort regelmässig einen Esperanto-Kurs angeboten. Da es in der Seniorenresidenz unseres langjährigen Mitglieds Hans Moser stattfindet, kann nicht öffentlich dafür geworben werden. Es gibt auch keine Web-Site oder E-Mail-Adresse.

Kontakt ist über die ehemalige Gruppe Lietzensee möglich, die von Hans Moser aufgebaut wurde. Diese Gruppe wird am 6. November 2019 ihr 40-jähriges Bestehen feiern. Einzelheiten werden im September bekanntgegeben.

Herr Moser ist immer noch aktiv. Im September 2017 hat er von einem Besuch in Svitavy, wo es seit 10 Jahren ein Esperanto-Museum gibt, ein Foto geschickt.

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Onkel Max lehrt Esperanto

Mit der Ausgabe vom Juni 1919 begann der Esperanto-Kurs von Metzger

Genau vor 100 Jahren, bevor sich Max Josef Metzger im Juni 1919 auf den Weg nach Berlin zum »Achten Deutschen Pazifistenkongress« machte, begann er in der »Katholischen Jugendzeitung« mit einem Esperantokurs.

Die »Katholische Jugendzeitung« war im Januar des Jahres 1919 zum ersten Mal erschienen und eine regelmässige Rubrik war von Anfang an »Die Plauderstunde mit dem Onkel« in der Onkel Max seinen »Neffen und Nichten« etwas von der Welt erzählt. Das Format der lockeren Plauderei mit Kindern hatte er schon früher eingeführt und 1916 gestanden, dass er Apfelstrudel mag.

In der Ausgabe vom April 1919 (Seite 13/14) hatte er über seinen Besuch beim Völkerbund in Bern berichtet. Er erklärte wie der Völkerbund funktioniert („..einen Kaiser braucht man da nicht…)und wie er für den Frieden zwischen den Nationalstaaten wirkt: „Der Völkerbund wird nur dann eine schöne und einige Menschenfamilie begründen, wenn die einzelnen Menschen alle mehr als heute gut und fromm geworden sind…..“.

Sprachproblem beim Völkerbund

In der Ausgabe vom Mai (Seite 17/18) knüpfte er daran an und ging auf das Sprachproblem ein: „Die meisten Teilnehmer haben mehrere Sprachen verstanden und zwar fast alle Deutsch, Französisch und Englisch. Infolgedessen hat jeder in einer dieser Sprachen gesprochen und ein Dolmetsch jedesmal die wichtigsten Sachen übersetzt.“ Er geht dann darauf ein, dass es bei einem Kongress von »Gebildeten« noch funktioniert, aber bei einem Kongress der Arbeiter in Bern hätte man immer in mehrere Sprachen übersetzen müssen, weil die Arbeiter zumeist nicht mehrere Sprachen beherrschen würden.

Er erwähnt, dass er den Erfinder der ersten »Welthilfssprache« Volapük, den badischen katholischen Geistlichen Martin Schleyer noch persönlich gekannt habe. Aber Volapük hätte einem besseren weichen müssen: Esperanto.

Er macht den lieben Nichten und Neffen klar:

Dieses Esperanto ist allem Anschein nach die Sprache der Zukunft!

und bietet an, sie in seine Geheimnissse einzuweihen. Er fängt in der Ausgabe vom Mai 1919 mit Informationen über die Grundlagen des Esperanto an und erklärt Hauptwörter, Beiwörter, Zeitwörter und die Zeiten.

Für die kleinen Schleckermäuler wählt er ein Beispiel mit Honig.

La mielo estas bona . Der Honig ist gut

La mielo estis bona . Der Honig war gut

La mielo estos bona . Der Honig wird gut sein.

Er kündigt an, dass in der Katholischen Jugendzeitung eine »Esperanto-Ecke« eingerichtet werde, die es tatsächlich bis zur letzten vorliegenden Ausgabe vom Dezember 1920 gab.

In der Plauderstunde vom Juni 1919 (Nummer 6, Seite 21/22) fängt er mit dem Esperanto-Kurs an, in dem er unter anderem die Verwendung der Umstandswörter, der Vorsilbe »-mal« und der Mehrzahl erklärt. Man konnte ein Esperanto-Lehrbuch beim „Verlag Volksheil“ gegen 1,40 Kronen in Briefmarken bestellen.

Im Juli 1919 (Nr. 7, Seite 25/26) ist die »Plauderstunde« zum letzten Mal dem Esperanto gewidmet, denn ab jetzt gibt es die versprochene »Esperanto-Ecke« in jeder Ausgabe. Allerdings muss aus finanziellen Erwägungen die Nummer von August 1919 ausfallen, weil sich durch die höheren Arbeitslöhne die Druckkosten um 100 Kronen pro Ausgabe erhöht hätten. Aber mit mehr Abonnenten könnten die Kosten aufgefangen werden, deshalb sollen die Leser weitere Abonnenten werben.

Er berichtet von einem Besuch in Breslau, wo die abstinenten Mittelschüler (Quickborner) nicht nur Esperanto gelernt, sondern gleich eine »Katolika Mondjunularo« gegründet hätten. Sie wollten nun auf Esperanto einen Briefwechsel mit Schülern in England, Japan und sonstwo anfangen.

In der Ausgabe von August-September 1919 (Nummer 8/9 Seite 79/89) plaudert Onkel Max über die Notwendigkeit einer »Mindest-Bildung« für jeden Staatsbürger, der in der Republik mitreden will. Im Dezember 1919 (Nummer 12, Seite 37/38) erläutert er, wie eine Zeitung gemacht wird (Setzen, Korrekturlesen, Druck, Versand) und gibt Einblicke in den Ablauf bei der Herstellung der »Katholischen Jugendzeitung«, in in Graz bei der Universitäts-Buchdruckerei „Styria“ (heute Styria Media Group AG, kurz Styria) hergestellt wurde.

Max Josef Metzger, undatiert, veröffentlicht Herbst 1919

Die zwei Jahrgänge 1919/1920 der »Katholischen Jugendzeitung« sind freundlicherweise von Frau Gertrud Rossmann, Archivarin des Christkönigs-Instituts, Meitingen, zur Verfügung gestellt worden.

In der Nummer 10/11 vom Oktober-November 1919 findet sich neben der Esperanto-Ecke ein Beitrag von »Tante Lisl«, die schreibt, dass die lieben Nichten und Neffen immer wieder fragen würden, wie denn Onkel Max aussieht.

Zu seinem Namenstag am 12. Oktober hat sie seine Abwesenheit durch eine Vortragsreise in Deutschland genutzt, um ein Foto in die Jugendzeitung zu »schmuggeln« und schreibt: „Auf dem Bild macht der Onkel ein recht ernstes Gesicht – er hat eben viele Sorgen und Mühe und Arbeit. Ihr müsst einmal selbst zu uns nach Graz kommen und denn werdet ihr sehen, dass der Onkel auch ein gar lustiges Gesicht machen kann, besonders, wenn er seine lieben Neffen und Nichten um sich hat„.

 

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Pola Esperantisto über Literatur im Zamenhof-Park

Auf dem Titelbild Maria Pokrzywnicka, die auf Seite 13 -15 über  „Esperanto im Muzeo“ und die Erfahrungen im Muzeum Etnograficzne in Toruń geschrieben hat.

Die Zeitschrift »Pola Esperantisto« hat in ihrer Ausgabe 2 (März/April) 2019 auf  Seite 13 den Beitrag von Fritz Wollenberg über das »Literarische Picknick im Zamenhofpark« am Ostermontag, den 22. April 2019 übernommen.

Die Zeitschrift, die 1908 begründet wurde, erscheint im handlichen Format A5 mit einem festen, farbigen Umschlag und dem Innenteil in schwarz/weiss. Es ist die Zeitschrift der »Pola Esperanto Asocio« (Polski Związek Esperantystów, PZE)   und sie erscheint zweimonatlich. Der Bezug im Ausland kostet 20 € auf Papier und 10 € als PDF.

Chefredakteur ist Robert Kamiński, der inzwischen zum Vorsitzenden von PEA gewählt wurde (bislang sekretario).

In der selben Ausgabe ist auf Seite 33-35 der Text eines anderen Berliners. Johann Pachter erzählt von seinem Leben als Jungförster in Kempten im Allgäu. Nach einem kurzen Gastspiel im Bayerischen Wald kehrte er nach Kempten zurück und  wohnte nun in einem Schlösschen, das zu einer Kirche umgestaltet worden war. Hier konnte er die erste Stunde seines Esperanto-Kurses für die örtliche Volkshochschule abhalten, bevor er nach Sigmaringen wechselte.

Im Kalender des »Pola Esperantisto« sind mehrere Termine im Laufe dieses Jahres, die für Berlin und Brandenburg relevant sein könnten.

Vom 26. Juli bis 5. August scheint es einen Esperanto-Stand beim dem Festival in Kostrzyn (Küstrin) zu geben, das seit letztem Jahr »PolAndRock« heisst und 2019 zum 25. Mal stattfindet. Die Geschichte des früher »Haltestelle Woodstock« genannten Festivals ist in der deutschen Wikipedia dokumentiert.

Auf die Aktivitäten der polnischen Esperantisten wurde im Zusammenhang mit einem Besuch des Politikers Robert Biedroń, der als Esperantist gilt, im Jahr 2017  hingewiesen.

 

 

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Schaukastenplakat für den Zamenhofpark wird bei interkulturellem Fest auf dem Münsterlandplatz vorgestellt

Unter dem Motto „Wir im Kiez“ wird am 15. Juni 2019 von 14.00 bis 22.00 Uhr ein interkulturelles Kiezfest auf dem Münsterlandplatz im Weitlingkiez stattfinden, bei dem am Esperanto-Stand der Entwurf eines Informationsplakates für den neuen Schaukasten im Zamenhofpark vorgestellt wird.

Seit einigen Wochen hängt am Münsterlandplatz die Ankündigung der musikalisch-literarischen Jubiläumsveranstaltung im Zamenhofpark am 9. August 2019 abends ab 19.00 Uhr.

Jetzt gibt es auch den Flyer dazu.

Im Rahmen dieser Veranstaltung soll ein neuer Schaukasten mit Informationstafel enthüllt werden, dessen Aufstellung das Straßen- und Grünflächenamt bereits genehmigt hat.

Dann können sich die Besucher des Zamenhofparks über seine interessante Geschichte informieren, die mit dem Friedrichsfelder Grenzgraben zusammenhängt, einem Wasserlauf, der heute noch als Regenwasserkanal unter der Rosenfelder, der Einbecker Straße und der Marie-Curie-Allee zum Rummelsburger See führt. Sie erfahren etwas zur Anlage des Parks 1977 und zur Umgestaltung 1994-1996. Natürlich wird auch über die Namensgebung 2009 informiert und über die Persönlichkeit des Namenspatrons Ludwig Zamenhof und seine Erfindung – die internationale Plansprache Esperanto.

Beim Fest auf dem Münsterlandplatz hat jeder Gelegenheit, seine Meinung zum Entwurf zu sagen oder aufzuschreiben. Die Ergebnisse werden bei der endgültigen Version des Informationsplakates berücksichtigt.

Wem die Informationen im neuen Schaukasten nicht ausreichen, der sollte sich die Ausstellung „10 Jahre Zamenhofpark – Esperanto-Kultur in Berlin Lichtenberg“ anschauen,  die gemeinsam mit dem Museum Lichtenberg vorbereitet und am 9. August um 15.00 Uhr eröffnet wird, oder aber an dem Kiezspaziergang am selben Tag um 16.00 Uhr teilnehmen (Treffpunkt: Rathaus Lichtenberg).

Informationen über das Jubiläum „10 Jahre Zamenhofpark“ hier!

 

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