News from the library

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In der Bibliothek gibt es eine neue Mitarbeiterin, Anja Eisemann (ja, das bin ich). Sie hat Bibliotheks- und Informationswissenschaft studiert und unterstützt Johann Pachter und Christiane Altrogge seit Anfang des Monats bei der Bibliotheksarbeit.

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4 Kommentare zu News from the library

  1. Die Entscheidung über ein Klassifikationssystem ist nicht leicht. Man kann sich mit UDK eine Menge sinnloser Arbeit aufhalsen.

    Die Frage ist, was man eigentlich will (das oft geforderte Pflichtenheft)

    Will man Esperanto-Literatur (eher Belletristik und leichte Lektüre) zugänglich machen? Oder will man eine wissenschaftliche Fachbibliothek, die allerdings bei vielen Fachthemen mehr als lückenhaft sein wird. Man kann sich mal die Verteilung von Esperanto-Titeln auf den Dezimalklassifikatiosnbaum ansehen..,.,,

    Stadt- und Bezirksbiblotheken für Romane und Populärwissenschaft (Sachbücher) ordnen anders. z.B. Krimis, Reiseberichte, Reiseführer usw.

    Das würde ich auch für die Freihand- und Ausleih-Abteilung der espoteko bevorzugen statt der Sortierung nach Autoren. Den Autor oder einen konkreten Titel kann man im Katalog suchen, wenn man sich für ihn interessiert. Die meisten neuen Esperantisten, die ja lesen sollen, kennen die Autoren und Titel nicht. Sie wollen aber was interessantes lesen.

    Beim Archivteil, also alles vor 1945 (grob geschätzt), würde ich anders vorgehen. Möglicherweise ist die von vielen Bibliotheken praktizierte Aufstellung nach Format nicht das schlechteste. Das spart Platz.

    Hier kann man auch anfangen und Häufchen machen. Der größte Teil wird Belletristik und Poesie sein. Orginal und übersetzt.

    Vieles vermutlich auch organisatorisches: Jahrbücher, Kongressdokumente.

    Wissenschaft, mit Ausnahme Sprachwissenschaft, dürfte überschaubar sein und braucht vermutlich keine intensive Sortierung.

    Dann sind da noch unzählige uralte Lehrbücher und Wörterbücher, die nur Historiker wirklich interessieren. Ab in die Kiste.

    Wenn es einen digitalen Katalog gibt, kann man sich die UDK wirklich sparen, da es mit Tagging (Stichwort) heute eleganter geht. Eine indizierte Datenbank löst Suchanfragen viel eleganter. Aber das gab es vor 100 Jahren eben nicht. Stichworte sind leicht erweiterbar, nach eigenen Bedürfnissen. Gerade so ein Orchideenfach, wie Esperanto, sollte sich nicht an Klassifizierungen klammern, die für völlig andere Bedürfnisse entwickelt wurden und damit sehr unhandlich werden.

    Ich habe das Problem vor einigen Jahren bei Biogas durchexerziert. Das gab so nicht in den Klassifikationen (UDK, Patentamt, Messesystematik) und die Information war auf andere, scheinbar naheliegende Items verteilt.

    Mir wäre noch wichtig, daß der Berliner Katalog Hinweise auf gescannte Dokumente in anderen Bibliotheken und Archiven enthält. Das spart gelegentlich die Ausleihe. Und die Standorte in anderen Sammlungen.

    Das bedeutet, daß man sich die Datenformate anderer Bibliotheken vorher ansehen muß, damit Kompatibilität gewährleistet ist.

    Wenn man z.B. etwas an das Bundesarchiv geben will, ist es vorteilhaft, die Daten in deren Format bereitzustellen. Die haben sich bestimmt etwas dabei gedacht, aber es sind keine Esperantisten und deshalb darf man nicht sklavisch kopieren.

    Also ich hoffe auf einen Entwurf für ein Pflichtenheft, das die Wünsche beschreibt ohne von konkreten EDV-Systemen oder Klassifizierungen zu wissen. Erst wenn das Pflichtenheft auf dem Tisch liegt, kann man über ein Matching diskutieren.

    Aber ich bin skeptisch, ob dieser Workflow eingehalten wird. Irgendjemand wird ein Bibliothekssystem anschaffen und loshacken. Wir haben jetzt 100 Jahre gewartet, da kommt es auf 3 Monaten auch nicht mehr an.

  2. Pachter Johann sagt:

    Zum Kommentar von Roland von 2012.06.04 meine Bemerkungen;
    Der ehem. Vizedirektor des Deutschen Bibliothekinstitutes in Berlin, Prof. Dr. Sailer, verantwortlch für die Einführung von EDV in öffentlichen Bibliotheken und Büchereien in Deutschland hat im Jahre 1988 auf die Frage zum welchen Bibliothekstyp Esperantobibliotheken zu zählen sind, eine klare Antwort gegeben, nach dem er die Bibliothek des Deutschen Esperanto-Institutes besuchte. Nach ihm handelt es sich um eine wissenschaftliche Spezialbibliothek und nach meiner über dreissigjähriger Erfahrung mit Bibliothekn, etlichen Besuchen von bibliothekarischen Fachkongressen, besonders der der Arbeitsgemeinschaft der Spezialbibliotheken, war es die richtige Einschätzung, die bis heute gültig ist. Bei der Espothek seinerzeit hat sich ebenfalls um solche gehandelt, obwohl die Klassifikation dort zuerst subjekti durch Herrmann Tautorat erstellt wurde, hat er später nach mehreren Treffen mit mir die UDK eingeführt, weil diese für Esperanto-Bibliotheken viele Vorteile bietet. Darüber referierte ich am letzten Tag von KEK, wo ich einen Vortrag über die Geschichte der Espothek und Gegenwart und der Zukunft der Esperanto-Bibliothek Berlin hielt.
    Felix Zesch versuchte beim Vortrag zu protokolieren, was aber wegen der Kürze der Zeit, in der ich vieles mitteilen und klären wollte, wahrscheinlich nur stichpunktartig möglich war. Vielleicht kann Felix dennoch seine Aufzeichnungen bekanntmachen.
    Ich schlug vor aus der Bibliothek im Esperanto-Haus eine Art Esperanto-Bücherei zu machen und hier sind die Vorstellungen von Roland, Anja und mir fast gleich. Anja hat neulich ihre Vorstellung diesbezüglich konkretisiert. Mit Anja führte ich schon mehrere Gespräche und Anja einiges darüber publik machte, weshalb ich es hier nicht wiederholen möchte. Anja hat bereits die Stabi Berlin kontaktiert, wo seitens der für die dortige Esperanto-Sammlung zuständige Person Bereitschaft signalisiert wurde, wertvolle, seltene und schützenswerte Bücher zu übernehmen. Ich begrüsse dieses, weil in der Stabi bessere Bedingungen herreschen als im Esperanto-Haus.
    Durch die Erweiterung der Esperanto-Sammlung in der Stabi ergeben sich sicher Synergieeffekte, weshalb ich auch aus diesem Grund für die Zusammenarbeit bin, wie auch dafür, dass wir einen Teil unserer Büchersammlung (wie der Roland sagt, die vor 1945 erschienen sind) der Stabi schenken, wie das die Haupenthals mit der BSB gemacht haben. Übrigens, Herr Haupenthal schlug vor die Deutsche Esperanto-Bibliothek kommplet an die Stabi Berlin zu übereignen. Darüber ist aber vielleicht noch zu früh. Wir können jedenfalls den Anfang machen und mich persönlich freut, dass wir in der Person Anja, eine studierte Bibliothekarin haben, die Esperanto gut beherrscht und bereits sich mit unserer Bibliothek fachlich auseindersetzt, was man schon beim Internetauftritt sehen kann, oder durch Besuch in der BSB in München.

  3. Gerd Bussing sagt:

    Ich bezweifle, dass das Ordnungssystem in unserem Falle so furchtbar wichtig ist. Man kann mit jedem System arbeiten, wenn es fachgerecht betreut wird, und das ist ja wohl nun der Fall.
    Nach meiner Erfahrung – und ich habe früher die Espothek sehr intensiv genutzt – konnte bisher jedes gewünschte Buch – sofern es vorhanden war – ziemlich rasch gefunden werden, selbst damals bei der lockeren Ordnung in der Falkstraße.
    Aus meiner Sicht ist die Bibliothek in erster Linie für uns Esperantisten da. Teile an andere Bibliotheken zu geben, sollte man sich sehr gut überlegen. Könnte man nicht alte Rara in einem abschließbaren Schrank aufbewahren und sie so trotzdem zugänglich halten? Sind sie z.b. in der Stabi, sind sie gewissermaßen „weg vom Fenster“.
    Das Hauptmanko der Espothek war bisher, dass sie so gut wie gar nicht genutzt wurde. Hier bedarf es zündender Ideen, um dass zu ändern. Auch hoffe ich, dass ab jetzt keine Bücher mehr auf Nimmerwiedesehn veschwinden. Ich könnte da Geschichten erzählen…

  4. Gerd Bussing sagt:

    Ich habe gehört (vielleicht habe ich mich ver-hört), dass Anja Eisemann ihre Arbeit in der Bibliothek nicht fortsetzten will. Das wäre bedauerlich, denn eine begonnene und nicht weitergeführte Neuordnung einer Sammlung macht diese nahezu unbenutzbar.
    Wie soll man da noch gezielt ein Buch finden!
    Wie soll es also mit der Espothek weitergehen?

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