Rätseln über „Prenzlova Monto“

In den »Prenzlauer-Berg-Nachrichten« vom September 2018 ist ein Beitrag von Kristina Auer mit der Überschrift: »Prenzlova Monto. Was soll das?« Er fragt nach der Bedeutung der Inschrift am Haus Danziger Strasse 50 die da lautet

En Prenzlova Monto al Apolono kaj al Muzoj

In diesem Haus sitzt nicht nur der Kulturverein Prenzlauer Berg (KVPD), sondern hier finden seit Jahren die Zusammenkünfte der Esperanto-Gruppe, dieses Vereins statt. Es gelang Kristina Auer in der Person von Fritz Wollenberg jemand ausfindig zu machen, der kompetent Auskunft über den Schriftzug in einer »merkwürdigen Fremdsprache« geben konnte.

Fritz Wollenberg sagte in dem Interview:

Wie kommt der Schriftzug an die Fassade?

Das Gebäude stand lange leer und wurde dann in den 2000er Jahren denkmalgerecht saniert. Auch der Kulturverein Prenzlauer Berg, zu dem unsere Gruppe aber auch das Kunsthaus gehören, hat seinen Sitz in dem Haus. Unser Vorstandsmitglied Bernd S. Meyer hatte damals die Idee für den Schriftzug und bat mich um eine Übersetzung. Den Satz hat der Vorsitzende Thilo Schwarz-Schlüßler dann selbst an die Fassade gemalt und im Juni 2006 wurde das fertige Gebäude samt Inschrift feierlich eröffnet.

Und was steht da genau?

„In Prenzlauer Berg dem Apollo und den Musen“. Der Satz ist von der Inschrift der Berliner Staatsoper abgewandelt. Dort steht: „König Friedrich dem Apollo und den Musen“ – allerdings auf Lateinisch. Es geht also um ein Haus, das der Kultur und der Kunst gewidmet ist.

Was begeistert Sie so an Esperanto, dass Sie sich seit 50 Jahren damit beschäftigen?

Zuerst einmal habe ich über die Jahre viele Freunde und Bekannte in den unterschiedlichsten Ländern kennengelernt. Die Esperanto-Szene ist gut vernetzt, so findet man auf Reisen überall einen Ansprechpartner und kann sich wunderbar verständigen. Auf der anderen Seite ist die Sprache selbst sehr interessant. Als sogenannte Plansprache ist sie logisch und rational aufgebaut. Es macht Spaß, damit zu experimentieren und sich mit der Literatur zu beschäftigen.

Franz Club (Berlin, Hauptstadt der DDR): Im Turmzimmer wurde Esperanto gelernt.

Er ergänzte, dass es schon seit 1965 es in Prenzlauer Berg eine Esperanto-Gruppe gäbe und er selbst seit 1966 dabei sei. Erste Kurse hätten Turmzimmer über dem Franz-Club stattgefunden, einer legendären Diskothek in Berlin (Hauptstadt der DDR). Nach verschiedenen Zwischenstationen sei die Esperanto-Gruppe seit 2006 in der Danziger Strasse mit vierzehntägigen Treffen.

Kristina Auer ist Chefredakteurin der »Prenzlauer-Berg-Nachrichten« und hat auch der Wochenzeitschrift „der Freitag“ zu Sprachfragen veröffentlicht.

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Sie hat in Berlin, Sofia und Nizza Kulturwissenschaften, Gender Studies und Medienwissenschaften studiert. Gelernt hat sie unter anderem beim Berliner Rundfunk 91.4, der Berliner Morgenpost und dem Magazin drehscheibe für Lokaljournalismus der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb). Für die Meko Factory berichtet sie über Veranstaltungen.

Über Roland Schnell

Eo ekde 1969, aktiva ekde 1974.
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